Welttag der Suizidprävention am 10. September 2019- Depressiv? Experten warnen vor Fehleinschätzungen

Was sind Depressionen? Freudlosigkeit, tiefe Traurigkeit, Antriebs- und Interessenlosigkeit, Todessehnsucht und gestörtes Selbstwertgefühl sind Ausdruck von Depressionen. Appetitlosigkeit, Schlafstörungen und vielfältige körperliche Beschwerden sind die somatischen Folgen. Bei Depressionen handelt es sich nach neueren wissenschaftlichen Erkenntnissen um ein komplexes Zusammenwirken verschiedener Faktoren. Diese können genetischer, biochemischer, aber auch pharmakogener (d. h. bedingt durch bestimmte Medikamente) sowie persönlichkeitsbedingter Natur sein. Darüber hinaus können Lebens- und Sinnkrisen, Partnerschaftskonflikte und Verluste vor dem Hintergrund entwicklungsgeschichtlicher Erlebnisse Depression auslösen. Oftmals resultiert eine Depression aus einer bestehenden Abhängigkeitserkrankung - ein Teufelskreis, denn die Depression kann die Abhängigkeit noch verschlimmern, oder umgekehrt. Häufig sind betroffene Patienten nicht in der Lage, beides auseinander zu halten.

Depression Grafik

Depressionen können unterschiedliche Ursachen und Einflüsse haben.
Abbildung: obs/Oberberg Gruppe

Depression ist Hauptursache für Lebensbeeinträchtigung

"Depression ist heute weltweit die Hauptursache für Lebensbeeinträchtigung", lautet das Fazit einer Jüngst erschienen Studie der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Daher ist es für die Betroffenen und ihr persönliches Umfeld besonders wichtig, dass sie schon bei den ersten Anzeichen einer Depression so schnell wie möglich handeln. Die Expertenteams der Oberberg Gruppe, führender Qualitätsverbund privater Fachkliniken im Bereich Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie in Deutschland, sind auf die Behandlung von Depressionen spezialisiert und warnen vor Fehleinschätzungen.

Experten warnen vor Fehleinschätzungen

Privatdozent Dr. med. Andreas Wahl-Kordon, Ärztlicher Direktor der Oberbergklinik Schwarzwald, weiß: "Trotz der sehr hohen Prävalenzzahlen und der guten Behandelbarkeit depressiver Störungsbilder werden viel zu wenig Menschen adäquat behandelt." Die WHO geht davon aus, dass selbst schwer depressiv Erkrankte nur zu maximal 50 Prozent eine Behandlung erhalten, was oft mit der hohen Scham, die depressive Menschen für ihre Symptome empfinden, zusammenhängt.

"Gut gemeinte Ratschläge von Angehörigen, wie 'Reiß dich doch mal zusammen, das wird schon wieder', aber auch das depressionsbedingte Denken der Betroffenen, dass es keine Hoffnung auf Besserung und Heilung geben wird, sind Fehleinschätzungen, die eine Behandlung nicht selten erschweren oder sogar verhindern. Das ist besonders tragisch, da Menschen und deren Umfeld unter ihren Depressionen ausgesprochen leiden, Suizidgedanken sehr häufig sind und die Suizidrate mit 10 Prozent bedrohlich hoch ist", so Dr. Wahl-Kordon.

Quelle: ots

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