Hohe Rate von intraokulären Hämorrhagien bei Neugeborenen mit neonataler Enzephalopathie unter therapeutischer Hypothermie
Bei Neugeborenen mit einer neonatalen Enzephalopathie, bei denen eine therapeutische Hypothermie (TH) durchgeführt wird, kommt es häufig zu intraokulären Hämorrhagien, und zwar unabhängig vom Schweregrad der MRI-MRS (= magnetic resonance imaging-magnetic resonance spectroscopy)-Befunde, den aEEG-Mustern und einem gestörten Gerinnungsstatus. Dies ist das Ergebnis einer vor Kurzem in der Zeitschrift „Neuropediatrics“ publizierten Studie von Wissenschaftlern des University of Medical Sciences Kayseri Training and Research Hospital in Kocasinan, Kayseri, Türkei, mit 31 neugeborenen Kindern mit einer moderaten bis schweren Enzephalopathie, die eine therapeutische Hypothermie erhielten. Bei allen Neugeborenen wurden unmittelbar vor der Hypothermie-Behandlung sowie täglich während der Therapie die Gerinnungsparameter bestimmt. Während der therapeutischen Hypothermie und der Wiedererwärmungsperiode wurden außerdem aEEG-Untersuchungen durchgeführt und alle Kinder vor Abschluss des TH-Protokolls einer indirekten binokularen Ophthalmoskop-Untersuchung (BIOE) sowie einer MRI-MRS unterzogen. Es zeigte sich, dass insgesamt 13 der 31 Patienten (41,9 %) anomale BIOE-Befunde hatten. In 10 Fällen (77 %) handelte es sich dabei um eine intraokuläre Hämorrhagie, bei 7 Kindern um eine retinale Blutung, bei 2 weiteren um eine Sehnervenkopf-Blutung und bei einem Neugeborenen um eine Glaskörperblutung. Die weiteren Analysen ergaben, dass der initiale Gerinnungsstatus der Kinder nicht mit der intraokulären Hämorrhagie in Zusammenhang stand und auch eine Verschlechterung der aEEG- und der MRI-MRS-Resultate nicht mit den BIOE-Befunden assoziiert waren.
(drs)
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