Protest der Kliniken über zuviel Bürokratie für den Bundes-Klinik-Atlas

Die Krankenhäuser in NRW klagen über die neuen bürokratischen Auflagen für den Bundes-Klinik-Atlas. Laut Matthias Blum, Geschäftsführer der Krankenhausgesellschaft Nordrhein-Westfalen (KGNW), müssen die Kliniken "mit einem unfassbaren bürokratischen Aufwand Unmengen an Daten" für den Bundes-Klinik-Atlas zu Verfügung stellen.

Die Krankenhäuser protestieren dagegen, dass sie rückwirkend für 2024 und 2025 quartalsweise die Arbeitszeiten jeder Fachärztin und jedes Facharztes auflisten müssen, damit ersichtlich wird, für welche medizinische Leistungsgruppe wie viel Zeit aufgewendet wurde. Sollten sie dies nicht fristgerecht noch im April schaffen, drohen drakonische Strafen.

"Aufgrund der Komplexität der zu liefernden Daten und der vielfach noch nicht vorhandenen Software können nur wenige Krankenhäuser die Frist zur Datenlieferung einhalten", sagte Gerald Gaß, Vorstand der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung. Vor dem Hintergrund, dass es um Datenlieferungen für den Bundes-Klinik-Atlas gehe, sei der bürokratische Aufwand "ärgerlich und absurd" so Gaß weiter. Der DKG-Chef nannte den Klinik-Atlas gegenüber der WAZ eine "völlig nutzlose und teure Suchmaschine, die nach ihrem desaströsen Start voller Falschangaben vor einem Jahr heute ganze 25 Krankheiten listet".

Der Klinik-Atlas werde von den Menschen im Gegensatz zum Deutschen Krankenhausverzeichnis oder den Vergleichs-Angeboten der Krankenkassen kaum genutzt.

Quelle: ots / PI Westdeutsche Allgemeine Zeitung

(bd)
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