PsychVVG: G-BA stellt Richtlinie zur Personalausstattung in Psychiatrie und Psychosomatik vor

Mit dem Gesetz zur Weiterentwicklung der Versorgung und der Vergütung für psychiatrische und psychosomatische Leistungen (PsychVVG) erhielt der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) den Auftrag, verbindliche Mindestvorgaben für die Ausstattung mit dem für die Behandlung erforderlichen therapeutischen Personal festzulegen. Zudem soll er Indikatoren für die einrichtungs- und sektorenübergreifende Qualitätssicherung in der Psychiatrie und Psychosomatik benennen sowie Ausnahmetatbestände und Übergangsregelungen formulieren.

Qualitätssicherung

Fristgerecht hat am 19. September 2019 der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) in Berlin die Erstfassung einer Richtlinie zur Personalausstattung in Psychiatrie und Psychosomatik beschlossen. Demnach gelten künftig für die psychiatrische, kinder- und jugendpsychiatrische und psychosomatische Versorgung verbindliche personelle Mindestvorgaben. Den Besonderheiten psychosomatischer Behandlungen wird dabei stärker Rechnung getragen als bisher. Außerdem wird die Bedeutung von Genesungsbegleitern für eine leitliniengerechte Patientenversorgung hervorgehoben. Die psychiatrischen und psychosomatischen Einrichtungen haben einen Nachweis über die Einhaltung der Mindestvorgaben zu führen und können beispielsweise bei ungewöhnlich hohen Patientenzahlen oder Personalausfällen von ihnen abweichen. Übergangsregelungen sehen vor, dass die Nichteinhaltung der Vorgaben für die Krankenhäuser im ersten Jahr sanktionslos bleibt und anschließend Vergütungsausschlüsse nach sich ziehen kann.

Statement 

„Mit dieser Richtlinie erreichen wir Verbesserungen in der psychiatrischen und psychosomatischen Versorgung von erkrankten Kindern und Jugendlichen, bei der pflegerischen Betreuung in der Intensivbehandlung psychisch erkrankter Erwachsener und bei der psychologischen Behandlung der betroffenen Patientinnen und Patienten, weil hier die Minutenwerte deutlich erhöht wurden. Der heutige Beschluss ist zudem eine qualifizierte Basis für die Weiterentwicklung der Richtlinie. Sobald die Zustimmung des Bundesministeriums für Gesundheit vorliegt, werden wir auf der Grundlage der aus dem Nachweisverfahren gewonnenen Daten weiter beraten und die Richtlinie fortschreiben“, sagte der unparteiische Vorsitzende des G-BA, Prof. Josef Hecken, am 19. September in Berlin.

Inkrafttretung: 1. Januar 2020

Der GB-A-Beschluss tritt nach Nichtbeanstandung durch das Bundesministerium für Gesundheit und nach Veröffentlichung im Bundesanzeiger zum 1. Januar 2020 in Kraft. Der konkrete Beschlusstext liegt für die Öffentlichkeit allerdings noch nicht vor.

Quelle: PI GB-A, 19.09.2019

(map)
Zurück zur Startseite
Medienkooperation
Weitere Newsmeldungen
    • Was gibt es 2020 für die gesetzlich Krankenversicherten an Neues und was ändert sich?
      Wie immer treten zum Jahresanfang 2020 auch für gesetzlich Versicherte und gesetzlich versicherte Rentner wichtige Neuerungen und Änderungen bei den Gesundheitsleistungen in Kraft. Mit dem aus Steuern finanzierten „Bundeszuschuss“ werden gesamtgesellschaftliche Aufgaben bzw. versicherungsfremde Leis...
      Mehr
    • Ärzteumfrage - Düstere Erwartungen der niedergelassenen Ärzte aller Fachrichtungen für 2020
      Laut einer aktuellen Befragung gehen nur 17 Prozent der Ärzte in den Praxen davon aus, dass 2020 aus beruflicher Sicht ein durchschnittliches Jahr ohne Höhen und Tiefen wird - lediglich vier Prozent erwarten positive Veränderungen in den nächsten zwölf Monaten. Ein dramatisch schlechtes Zeugnis stel...
      Mehr
    • Deutsches Institut für Menschenrechte pocht auf mehr barrierefreie Arztpraxen
      Die Kassenärztlichen Vereinigungen müssen ab dem 1. Januar 2020 im Internet nach bundesweit einheitlichen Kriterien über die Barrierefreiheit von Arztpraxen informieren. Grundlage ist eine entsprechende Informationspflicht des im Mai 2019 in Kraft getretenen Terminservice- und Versorgungsgesetz (§ 7...
      Mehr
    • GROKO-Halbzeitbilanz: Bundesministerium für Gesundheit listet 18 neue Gesetze auf
      Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat in dieser Legislaturperiode bereits 18 Gesetze in eineinhalb Jahren auf den Weg gebracht.
      Mehr
    • Blüten der Erkenntnis
      Statistische Daten müssen nicht langweilig sein - vorausgesetzt, sie werden gut präsentiert. Ein gutes Beispiel dafür ist der "OECD Better Life Index", der Eckdaten zur Lebensqualität in den 34 OECD-Mitgliedsstaaten von Belgien bis Australien interaktiv im WWW präsentiert. Jeder Staat ist dabei in F...
      Mehr
    • Die elektronische Fallakte?
      Die einrichtungsübergreifende elektronische Patientenakte ist gewissermaßen der heilige Gral, wenn es um die elektronische Vernetzung im Gesundheitswesen geht. Leistungserbringer wie Krankenhäuser oder niedergelassene Ärzte benötigen zur Diagnostik und Therapie qualitätsgesicherte, vollständige Info...
      Mehr
    • Notfall-Sonografie: DEGUM fordert flächendeckend Einsatz in allen Notarzteinsatzfahrzeuge
      Was bei der Luftrettung bereits Standard ist, sollte auch für Noteinsatzfahrzeuge am Boden gelten, so die Forderung der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM). Eine Ausstattung mit mobilen Ultraschallgeräten und Ausbildung der Notärzte in Ultraschalldiagnostik, sofern diese ni...
      Mehr
    • Deutscher Ärztetag: Forderung eines Sicherstellungsauftrag für die Medikamentenversorgung
      In einem Beschluss des 122. Deutschen Ärztetags 2019 in Münster fordert dieser die Bundesregierung auf, einen Sicherstellungsauftrag für die Medikamentenversorgung zu vergeben. Hintergrund sind häufige Lieferengpässe bei Arzneimitteln. Besonders gravierend seien Lieferengpässe bei Krebsarzneimitteln...
      Mehr
Zum Archiv

Quellen-URL (abgerufen am 20.02.2020 - 16:10): http://www.neuromedizin.de/Politik/PsychVVG--G-BA-stellt-Richtlinie-zur-Personalausstattung-in-.htm
Copyright © 2014 | http://www.neuromedizin.de ist ein Dienst der MedienCompany GmbH. | Medizin-Medienverlag | Amselweg 2, 83229 Aschau i. Chiemgau | Geschäftsführer: Beate Döring | Amtsgericht Traunstein | HRB 19711 | USt-IdNr.: DE 223237239