MFA-Verband legt 10 Punkte-Plan zu mehr Arbeitsschutz und Arbeitsbedingungen zur Pandemie für MFA vor

Der Verband der medizinischen Fachberufe e.V. (VMF) legt mit Blick auf die vorhersehbare Entwicklung und die weiteren Probleme, die sich bereits zum Anfang der Pandemie abzeichneten, einen 10 Punkte-Plan erarbeitet und im November an die GesundheitspolitikerInnen auf Bundes- und Landesebene geschickt. „Wir haben im vergangenen Jahr auf verschiedenen Wegen und Kanälen auf die Situation unserer Berufsangehörigen aufmerksam gemacht“, erklärt dazu Hannelore König, Präsidentin es VMF. „Leider war die Resonanz nur gering. Die Politik schaut hauptsächlich auf die Berufe im stationären Bereich und die Pflegeeinrichtungen. Wir wissen, dass die Kolleg*innen in diesen Gesundheitsberufen sehr wertvolle Leistung erbringen und besonders belastet sind. Aber es ist auch wichtig, an diejenigen zu denken, die das ambulante Gesundheitswesen, in dem 80 bis 100 Prozent aller COVID-19-Patient*innen versorgt werden, am Laufen halten, so Frau König.

Zehn-Punkteplan

Bild: © vmf

MFA-Krankschreibungen im Zusammenhang mit COVID-19

Seit Beginn der Pandemie ist die Arbeit dieser Berufsangehörigen mit einer besonderen zusätzlichen Verantwortung und Belastung verbunden. Das wird unter anderem auch durch die neuesten Zahlen des Wissenschaftlichen Instituts der AOK über die Krankschreibungen im Zusammenhang mit COVID-19 bestätigt: Für den Zeitraum März bis Oktober 2020 liegen MFA auf Platz 2 der am stärksten betroffenen Berufsgruppe und damit deutlich vor den Beschäftigten in der Alten- und Gesundheitspflege, die im Frühjahr die Liste anführten und nun auf Platz 7 und 8 rangieren. ZFA werden an 6. Stelle genannt (im Frühjahr 2020 Platz 10)

Die mehr als 600.000 Medizinischen Fachangestellten (MFA) und Zahnmedizinischen Fachangestellten (ZFA) waren und sind in den Arzt- und Zahnarztpraxen die ersten Kontaktpersonen für PatientInnen. Deshalb soll die Rolle von MFA und ZFA in der Patientensteuerung gestärkt werden: Denn die medizinischen Fachanggestellten übernehmen bereits in der digitalen und telefonischen Patientensteuerung im ambulanten Gesundheitswesen eine stetig wachsende Rolle. Um diese zu erfüllen in es unter anderem notwendig, MFA und ZFA in der Nutzung digitaler Anwendungsmöglichkeiten (Video-Sprechstunden, telemedizinische Anwendungen, elektronische Patientenakte und deren Anwendungen, Tele-VERAH-Rucksack, etc.) zu qualifizieren und die digitalen Anwendungen entsprechend zu honorieren – bei gleichzeitiger Reduzierung der Bürokratie.

10-Punkte-Plan - MFA bekräftigen ihre politischen Forderungen

Dazu erklärt Hannelore König: „Sowohl den Arbeitsschutz als auch die Arbeitsbedingungen gilt es zu verbessern. 2019 hatten wir bei MFA und ZFA eine Lohndifferenz von mehr als 30 Prozent zum Median des monatlichen Bruttoentgelts. Wir kommen nur dann aus dieser Lücke, wenn die ausgehandelten Tarifsteigerungen bei den aktuellen Honorarverhandlungen prozentual voll berücksichtigt werden und eine Gegenfinanzierung analog dem stationären Bereich erfolgt.“

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