Assoziation zwischen Frakturen und der prodromialen Periode eines Morbus Parkinson?
Eine Gruppe von Wissenschaftlern der Washington University School of Medicine in St. Louis, USA und der University of the Witwatersrand in Johannesburg, Südafrika, ist im Rahmen einer bevölkerungsbasierten Fall-Kontroll-Studie der „Medicare“-Krankenversicherungen in den USA im Zeitraum zwischen 2004 und 2009 der Frage nachgegangen, ob es eine Assoziation zwischen Frakturen und einer Parkinson-Erkrankung gibt. Teilnehmer der Studie waren 89.632 neu an Parkinson erkrankte Patienten und 117.760 vergleichbare gesunde Kontrollpersonen, die im Jahr 2009 im Alter zwischen 66 und 90 Jahre waren. Der Fallstatus des Morbus Parkinson war das Endziel der Studie und nicht-kraniale Frakturen die unabhängige Variable. Um die ORs (= odds ratios) und 95 % CIs (= confidence intervals) für eine Assoziation zwischen Frakturen und der Parkinsonerkrankung in jährlichen Zeitintervallen vor der Parkinsondiagnose und einem Referenz-Kontrolldatum zu ermitteln, setzten die Forscher nach Adjustierung für Covariaten logistische Regressionsmodelle ein. Es fanden sich in den 5 Jahren vor der Parkinsondiagnose/Referenzkontrolldatum insgesamt 39.606 Frakturen (25,4 % bei den Parkinson-Patienten und 14,3 % bei den Kontrollpersonen). Die weiteren Analysen ergaben, dass auch nach Adjustierung für das Lebensalter, das Geschlecht, die Abstammung/Ethnizität, den Charlson Comorbidity Index, den Alkohol- und Tabakkonsum sowie einer Osteoporose der Morbus Parkinson positiv mit Frakturen assoziiert war. Die Assoziation war zu jedem jährlichen Zeitfenster vor der Parkinsondiagnose/Referenzkontrolldatum evident. Außerdem zeigte sich, dass die Assoziation zwischen der Parkinsonerkrankung und jeder Art von Frakturen noch stärker wurde, je näher man dem Datum der Parkinsondiagnose/Referenzkontrolldatum kam. Unter den Versicherten mit einer verletzungsbedingten Fraktur handelte sich in der Mehrzahl der Fälle um Sturzereignisse (74,6 % bei den Parkinson-Patienten und 72,8 % bei den Kontrollpersonen). Frakturen treten Studienautoren zufolge bei Parkinson-Patienten im Vergleich zu gesunden Personen häufiger während der Prodromialphase der Erkrankung auf und zwar vor allem dann, wenn das Diagnosedatum näher rückt. Dies lässt unter anderem vermuten, dass Patienten mit Morbus Parkinson schon vor der Diagnose ihrer Erkrankung unerkannte motorische und nicht-motorische Symptome haben, so die Wissenschaftler.
(drs)
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Quellen-URL (abgerufen am 12.08.2020 - 02:06): http://www.neuromedizin.de/Neurologie/Assoziation-zwischen-Frakturen-und-der-prodromialen-Periode-.htm
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