ALS-Forschung: Neues Präparat soll Lebensqualität verbessern und das Fortschreiten der Krankheit verzögern- Klinische Test sollen Gewissheit bringen
An Amyotrophe Lateralsklerose (ALS) leiden weltweit geschätzt drei bis acht unter 100.000 Menschen. Wissenschaftler der School of Biomedical Sciences, University of Queensland, haben auf der Basis des C5a-receptor-antagonists PMX205 ein neues Mittel entwickelt, das vielleicht in Zukunft das Fortschreiten der ALS-Gehirnerkrankung verlangsamen kann. Dabei steht die nicht vererbte ALS im Blickpunkt der australischen Wissenschaftler. Die ALS-Krankheit befällt die Hirnzellen, die für die Muskelbewegung zuständig sind. Die Folgen sind Lähmungen und der Schwund von Muskeln, was zu Geh-, Sprech- und Schluckstörungen führt. In Tiermodellen hat der Studienleiter Trent Woodruff das Präparat bereits erfolgreich getestet. PMX205 verlangsamte das Fortschreiten der Krankheit und verlängerte die Lebensdauer. Ein Privatunternehmen organisiert jetzt die klinischen Studien, die die Sicherheit des Präparats beweisen sollen. "Wenn die Ergebnisse positiv ausfallen, können die Tests mit Menschen 2019 beginnen", sagt Woodruff weiter. "Bisher haben wir unser Präparat ausschließlich an einem Modell getestet, das auf einer vererbten Form von ALS beruht", so Woodruff. "Wir glauben, dass es auch bei anderen Krankheitsursachen wirkt." Jetzt will er die Forschung auf nicht vererbte ALS konzentrieren. Denn: Bisher gibt es nichts, was die Krankheit aufhalten, geschweige denn heilen kann. Laut dem Experten John Lee vom Motor Neurone Disease Research Institute of Australia, das auf die Erforschung der ALS-Krankheit spezialisiert ist, kann das Präparat helfen, die Lebensqualität der Betroffenen zu erhöhen und deren Leben zu verlängern. Das Arzneimittel hat von amerikanischen und europäischen Behörden die Einstufung als Arzneimittel für seltene Erkrankungen erhalten. Das ermöglicht es, die Anwendung an Menschen zu beschleunigen. Die Studienergebnisse wurden im "British Journal of Pharmacology" publiziert.
(pte/map)
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Quellen-URL (abgerufen am 01.12.2021 - 02:33): http://www.neuromedizin.de/Wissenschaft/ALS-Forschung--Neues-Praeparat-soll-Lebensqualitaet-verbesse.htm
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