Ärzteschaft fordert, dass digitale Anwendungen praxistauglich sein müssen

Der 125. Deutsche Ärztetag 2021 hat intensive und flächendeckende Testphasen bei allen digitalen Anwendungen mit einer Dauer von mindestens zwölf Monaten gefordert, bevor Anwendungen der Telematikinfrastruktur in den Praxisalltag eingeführt werden. Diese müssen praxistauglich sein und einen tatsächlichen Nutzen für die Versorgung der Patientinnen und Patienten nachweisen.

Elektronische Patientenakte, eRezept und die elektronische AU verändern Arbeitsabläufe in Praxen

„Die elektronische Patientenakte, das eRezept und die elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung verändern die Arbeitsabläufe in Praxen und Kliniken nachhaltig. Ärztinnen und Ärzte werden dies nur akzeptieren, wenn die neuen Prozesse sicher, störungsfrei und zügig ablaufen“, erklärte Erik Bodendieck, Co-Vorsitzender des Ausschusses „Digitalisierung in der Gesundheitsversorgung“ der Bundesärztekammer. Aktuell sei dies nicht sichergestellt; Bedenken oder sogar Warnungen zurückliegender Ärztetage habe die gematik ignoriert oder abgekanzelt. „Die Konsequenzen sehen wir jetzt. Die Testergebnisse sind mehr als ernüchternd“, betonte Bodendieck. Dass die Delegierten nun in einem der elf Beschlüsse zu Digitalisierung sogar ein Moratorium für die Einführung der Anwendungen fordern, zeige den Unmut der Ärzteschaft über die praxisuntaugliche Qualität.

Ärztetag fordert Neujustierung der Strukturen bei der gematik

Um einer nutzerorientierten Weiterentwicklung der Anwendungen der Telematikinfrastruktur zukünftig Rechnung zu tragen, forderte der Deutsche Ärztetag eine Neujustierung der Strukturen der gematik. „Jetzt rächt sich, dass die gematik die Anforderungen der Gesellschafter übergeht, die die Patientenversorgung verantworten. Diese Gesellschafter müssen einen stärkeren Einfluss haben“, so Bodendieck.

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Quellen-URL (abgerufen am 05.07.2022 - 09:09): http://www.neuromedizin.de/Verbaende/Aerzteschaft-fordert--dass-digitale-Anwendungen-praxistaugli.htm
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