Neue US-Studie zeigt das Alkoholismus nicht nur für Trinker gefährlich ist

In den USA erleiden Erwachsene unter vierzig Jahren, die in Staaten mit restriktiveren Alkoholrichtlinien leben, weniger aggressive und alkoholbedingte Schäden durch Alkoholkonsum als in Staaten mit schwächeren Richtlinien. Das zeigt eine neue von der National Institute on Alcohol Abuse and Alcoholism (NIAAA) unterstützten Studie der Alcohol Research Group, Public Health Institute (ARG). Die Ergebnisse der Studie des ARG kommentiert Timothy Naimi, Epidemiologe des Boston Medical Center so, "Die Freiheit, Alkohol zu trinken, muss mit der Freiheit von den Auswirkungen der Trunkenheit anderer ausbalanciert werden. Menschen müssen vor häuslicher Gewalt, Autounfällen, sexueller Belästigung und verlorenem Haushaltseinkommen durch Alkoholismus sicher sein". Die Studie zeigt auch, dass Alkoholismus nicht nur für den Trinker gefährlich ist, sondern auch für sein Umfeld. In den USA erleidet jedes Jahr einer von fünf Erwachsenen, also insgesamt etwa 53 Mio. Menschen, Schaden aufgrund der Trunkenheit anderer.

„Die Ergebnisse zeigten, dass bei einer Erhöhung der Restriktivität einer alkoholpolitischen Skala um 10 Punkte, einschließlich beispielsweise der Gesetze zur Verfügbarkeit von Alkohol, zur Besteuerung und zum Fahren von Alkohol, die Wahrscheinlichkeit, solche Schäden aus zweiter Hand zu erleiden, um 16 Prozent niedriger war“ sagt Tom Greenfield, wissenschaftlicher Direktor der ARG.

Für die Studie wurden 8.750 Menschen im Alter über 18 Jahren befragt. Etwa 21 Prozent der weiblichen und 23 Prozent der männlichen Probanden gaben an, sie hätten in den vergangenen 12 Monaten durch den Alkoholeinfluss von jemand anderem einen Schaden erlitten. Diese Schäden reichen von Belästigung, Gewalt, Vandalismus, Autounfällen bis zu finanziellen Problemen. Belästigung war dabei am häufigsten, 16 Prozent der Befragten litten demnach darunter. Es gab auch Unterschiede bei den Geschlechtern und den Arten von Schaden, denen sie häufiger ausgesetzt waren. Frauen beklagten öfter finanzielle Schwierigkeiten aufgrund von Alkoholismus von anderen, Männer sahen sich öfter mit Gewalt und Vandalismus konfrontiert.

Andere wichtige Faktoren für die Studie waren das Alter und die eigenen Trinkgewohnheiten der Probanden. Befragte unter im Alter von 25 Jahren stellten sich durch Alkoholismus anderer als gefährdeter heraus als Ältere. Das Risiko war für Befragte, die selbst trinken, bis zu dreimal höher als für Nichttrinker, selbst wenn sie nur selten Alkohol konsumieren.

(pte/map)
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Quellen-URL (abgerufen am 10.12.2019 - 19:23): http://www.neuromedizin.de/Psychiatrie/Neue-US-Studie--Alkoholismus-ist-nicht-nur-fuer-Trinker-gefa.htm
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