Intermittierende Low-Dose-Ketamin-Gabe verbessert Effektivität der elektrokonvulsiven Therapie von Depressionen
Die intermittierende Verabreichung von Low-Dose-Ketamin verbessert bei Patienten mit Depressionen signifikant die Effekte einer elektrokonvulsiven Therapie (ECT) und senkt im Vergleich zu einer wiederholten Ketamin-Gabe deutlich stärker die Rate an psychiatrischen Komplikationen. Hiervon berichten in einem aktuellen Beitrag der Zeitschrift „Psychiatric Research“ chinesische Wissenschaftler des First Affiliated Hospital of Chongqing Medical University in Chongqing aufgrund von Ergebnissen einer neuen Studie. Teilnehmer der Studie waren 134 Patienten mit einer Major-Depression, die für die anstehende Untersuchung randomisiert in drei Gruppen eingeteilt wurden: eine Routine-ECT-Gruppe (n=45), eine ECT-Gruppe mit wiederholter unterstützender Verabreichung von Ketamin (n=43) und eine ECT-Gruppe mit intermittierender zusätzlicher Ketamin-Gabe (n=46). Die Patienten mit der wiederholten Ketamin-Therapie erhielten bei jeder ECT-Behandlung Ketamin in einer Dosierung von 0,3 mg/kg und die Teilnehmer der Gruppe mit der intermittierenden Ketamin-Therapie während des gesamten ECT-Behandlungszyklus Ketamin 1 Mal pro Woche verabreicht. Die depressiven Symptome der Patienten wurden zu Beginn der Studie, am Ende des ECT-Behandlungszyklus sowie nach 1 und 3 Monaten mittels der Hamilton Depression Rating Scale (HAM-D) ermittelt, gefolgt von einer Analyse über das Auftreten von psychiatrischen Komplikationen. Es zeigte sich, dass die Remissionsrate in der ECT-Gruppe mit der wiederholten Ketamin-Gabe höher war als in der Routine-ECT-Gruppe. Ein Unterschied zwischen der regelmäßig wiederholten und der intermittierenden Ketamin-Gabe war allerdings nicht zu beobachten. Die Gesamt-Inzidenzrate an psychiatrischen Komplikationen war in der Gruppe mit der regelmäßigen Ketamin-Gabe mit 20,93 % allerdings höher als in der Routine-ECT-Gruppe (0 %) und in der Gruppe mit der intermittierenden Ketamin-Therapie (4,35 %), so die Forscher.
(drs)
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Quellen-URL (abgerufen am 18.11.2019 - 20:02): http://www.neuromedizin.de/Psychiatrie/Intermittierende-Low-Dose-Ketamin-Gabe-verbessert-Effektivit.htm
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