Typische MRT-Befunde bei Kindern mit kongenitaler Zytomegalie-Infektion

Pädiatrische Patienten mit einer kongenitalen Zytomegalie (CMV)-Infektion mit verzögert auftretenden neurologischen Symptomen zeigen in MRT-Aufnahmen vom Gehirn offenbar ein relativ einheitliches Muster von bestimmten Läsionen. Zu diesem Ergebnis kommen japanische Wissenschaftler der Nagoya University Graduate School of Medicine in Nagoya, Aichi, in einer retrospektiven Studie mit 31 Kindern, die mit neurologischen Symptomen in die neuropädiatrische Klinik eingewiesen wurden und bei denen basierend auf Untersuchungen in Proben getrockneter Nabelschur eine kongenitale CMV-Infektion nachgewiesen worden war. Je nach Diagnose wurden die MRT- und CT-Aufnahmen von 2 voneinander unabhängigen Experten anhand des „van der Knaap“-Scoringsystems mit zusätzlichen integrierten Variablen ausgewertet. 14 Kinder waren zum Zeitpunkt der Diagnose weniger als 12 Monate, 11 zwischen 12 und 24 Monaten und 6 über 24 Monate alt. Die initialen Symptome, die zu der Klinikeinweisung führten, waren eine Entwicklungsverzögerung in 22 Fällen, epileptische Anfälle bei 5 Kindern, eine Taubheit bei 3 und eine Hemiplegie bei einem Kind. Die weiteren Analysen ergaben, dass von den 31 untersuchten Patienten 30 Kinder Anomalien der weißen Hirnsubstanz aufwiesen, die in den meisten Fällen (n = 25) in der Tiefe der weißen Hirnsubstanz des Parietallappens lokalisiert waren. Anteriore temporale Läsionen fanden sich bei 22 Patienten und kortikale Läsionen in 7 Fällen mit dem Verdacht auf eine Polymikrogyrie. Bei keinem einzigen Kind waren zerebelläre oder Hirnstamm-Anomalien zu beobachten. Eine CT-Bildgebung erfolgte bei 22 der 31 Studienteilnehmer, wobei 11 von ihnen punktierte zerebrale Verkalkungen in der periventrikulären und/oder tiefen weißen Hirnsubstanz zeigten.

Das Fazit der Studienautoren: Kinder mit einer kongenitalen Zytomegalie mit verspätet einsetzenden neurologischen Symptomen weisen ein relativ uniformes Muster parietal-dominanter multifokaler Läsionen der weißen Hirnsubstanz und anteriore temporale Läsionen mit und ohne eine Polymikrogyrie auf.

(drs)
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Quellen-URL (abgerufen am 24.09.2021 - 03:01): http://www.neuromedizin.de/Neuro-Radiologie/Typische-MRT-Befunde-bei-Kindern-mit-kongenitaler-Zytomegali.htm
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