Arterial Spin Labeling zum Nachweis von Residuen einer zerebralen arteriovenösen Malformation nach stereotaktischer Radiochirurgie gut geeignet
Das Arterial Spin Labeling (ASL), eine Untersuchungsmethode, die auf der Magnetresonanztomographie (MRT) basiert und als Tracer magnetisch gekabeltes Wasser in den Arterien verwendet, ist ein hochsensitives und spezifisches Verfahren, um Residuen einer zerebralen arteriovenösen Malformation nach stereotaktischer Radiochirurgie aufzufinden. Diese ist das Resultat einer vor Kurzem im „Journal of Neuroradiology” publizierten retrospektiven Kohorten-Studie von Wissenschaftlern des Stanford University Hospitals in Stanford, USA. Teilnehmer waren 15 Patienten (12 Frauen und 3 Männer) im durchschnittlichen Alter von 29 Jahren, die sich im Zeitraum zwischen Juni 2010 und Juni 2015 einer Untersuchung einer zerebralen arteriovenösen Malformation (AVM) mittels digitaler Subtraktionsangiographie (DAS) unterzogen hatten. Einschlusskriterien für die Studie waren eine AVM-Therapie durch stereotaktische Radiochirurgie (SRS), eine MRT-Untersuchung mit ASL innerhalb von mindestens 30 Monaten nach der SRS, eine DSA innerhalb von 3 Monaten nach der Nachuntersuchung mit dem ASL-MRT sowie keine AVM-Therapie zwischen dem MRT und der DAS. Insgesamt vier voneinander unabhängige Neuroradiologen untersuchten und bewerteten unter verblindeten Bedingungen die MRTs der Nachbeobachtungsperiode. Primäres Endziel waren Residuen der zerebralen arteriovenösen Malformation, die sich durch ein anormales ASL-Signal zeigten. Es handelte sich in 3 Fällen um eine AVM der posterioren Fossa und um 12 supratentorielle AVMs. Die Spetzler-Martin (SM)-Grade waren: SM1 (8 %), SM2 (33 %), SM3 (17 %), SM4 (25 %) und SM5 (17 %). In der DSA zeigten sich bei 10 Patienten Residuen der AVM. Die gepoolte Sensitivität und Spezifität lag bei 100 % bzw. 95 %, der positive und negative prädiktive Wert eines venösen ASL-Signal, der ein AVM-Residuum vorhersagen konnte, lag bei 98 % und 100 %. Fleiss' Kappa-Analysen ergaben ein hohes Inter-Reader-Agreement. Das Arterial Spin Labeling ist zum Nachweis von Residuen einer zerebralen arteriovenösen Malformation nach stereotaktischer Radiochirurgie gut geeignet, so die Wissenschaftler.
(drs)
Zurück zur Startseite
MFA-Heute
Weitere Newsmeldungen
Zum Archiv

Quellen-URL (abgerufen am 26.05.2019 - 06:53): http://www.neuromedizin.de/Neuro-Radiologie/Arterial-Spin-Labeling-zum-Nachweis-von-Residuen-einer-zereb.htm
Copyright © 2014 | http://www.neuromedizin.de ist ein Dienst der MedienCompany GmbH. | Medizin-Medienverlag | Amselweg 2, 83229 Aschau i. Chiemgau | Geschäftsführer: Beate Döring | Amtsgericht Traunstein | HRB 19711 | USt-IdNr.: DE 223237239