Ist die stereotaktische Strahlentherapie eine Therapieoption bei rezidivierenden Rathkeschen Zysten?
Die Standardtherapie bei Rathkeschen Zysten ist die chirurgische Resektion. Es gibt allerdings auch Fälle von multiplen rekurrierenden Rathkeschen Zysten (RCC = Rathke cleft cyst), die sich auch einer operativen Resektion gegenüber resistent zeigen und zu einer signifikanten Morbidität führen. Eine Gruppe von Forschern der Rutgers New Jersey Medical School in Newark, New Jersey und weiterer klinischer und wissenschaftlicher Einrichtungen in den USA hat nun in diesem Zusammenhang im Rahmen eine Studie die Sicherheit und Machbarkeit der fraktionierten stereotaktischen Strahlentherapie (SRT = fractionated stereotactic radiotherapy) als Salvage-Therapie bei Patienten mit multiplen RCCs, die resistent gegenüber einer chirurgischen Resektion waren, genauer untersucht. Teilnehmer der Studie waren 6 Patienten (5 Frauen und 1 Mann), bei denen im Zeitraum zwischen 1994 und 2015 rekurrierende RCCs aufgetreten waren und bei denen aufgrund erfolgloser konventioneller Operationen eine SRT durchgeführt wurde. Vor der initialen Drainage wiesen 4 der 6 Patienten visuelle Defizite und 2 Personen eine endokrine Dysfunktion und starke Kopfschmerzen auf. Alle Patienten zeigten postoperativ initial eine Verbesserung des Befundes, entwickelten dann aber multiple symptomatische Zystenrezidive. Die durchschnittliche Anzahl operativer Drainage-Prozeduren vor der Radiotherapie lag bei 3. Insgesamt 3 Patienten unterzogen sich einer LINAC-basierten SRT (LINAC = Linearbeschleuniger) und die übrigen 3 einer Protonen-basierten stereotaktische Strahlentherapie. Die Behandlungsdosen betrugen in 5 Fällen 45 Gy über 25 Fraktionen und in einem Fall 50,4 Gy über 28 Fraktionen. Der Nachbeobachtungszeitraum nach der Radiotherapie lag im Mittel bei 69 Monaten. Hier zeigte sich eine Stabilisierung der RCCs, auch wenn 2 Patienten noch einmal eine zusätzliche Operation benötigten. Nur ein Patient entwickelte einen neuen Hypothyreoidismus und Hypoadrenalismus nach der SRT. In seltenen Fällen von multiplen rekurrierenden Rathkeschen Zysten, die sich einer operativen Resektion gegenüber resistent zeigen, ist die fraktionierte stereotaktische Strahlentherapie eine sichere und effektive Salvage-Therapie, so die Studienautoren.
(drs)
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Quellen-URL (abgerufen am 26.05.2020 - 09:11): http://www.neuromedizin.de/Neuro-Chirurgie/Ist-die-stereotaktische-Strahlentherapie-eine-Therapieoption.htm
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