Job-Umfrage: Wie sollten digitale Bewerbungsprozesse heute sein?- Mehrheit der Befragten bevorzugen es, sich digital zu bewerben

Wie sehen Bewerber die zunehmende Digitalisierung von Bewerbungsprozessen und wie bewerten sie ihre bisherigen Erfahrungen? Und wie verändert sich Recruiting im Zuge und in Folge der Corona-Krise? Die Online-Jobplattform StepStone und der Bundesverband der Personalmanager (BPM) haben im Rahmen von zwei Umfragen insgesamt rund 2.600 Personalmanager und etwa 10.200 Bewerber-Kandidaten befragt. Die erste Online-Befragung im Januar 2020 und die zweite Befragung im Mai 2020 ermöglichen einen tiefgehenden Einblick in das Meinungsbild sowie die Erfahrungswelt von Recruitern und Kandidaten rund um digitale Instrumente im Recruiting. Die zweite Online-Befragung vom Mai 2020 zeigt exklusiv, welche Auswirkungen die Corona-Krise auf die Arbeit von Personalern hat. Die Studie gibt somit einen umfassenden und aktuellen Überblick über den Stand der Digitalisierung des Recruitings in Deutschland.

Eine ganze Reihe technischer Möglichkeiten fürs Rekrutierung

Automatisierte Auswahlverfahren, Chat-Bots oder sogar die intelligente Vorhersage des eigenen Mitarbeiterbedarfs: Unternehmen haben schon heute bei der Rekrutierung neuer Mitarbeiter eine ganze Reihe technischer Möglichkeiten. Doch was bevorzugen eigentlich Bewerber – und was lehnen Menschen bei der Jobsuche strikt ab? Die Online-Jobplattform StepStone und der Bundesverband der Personalmanager (BPM) wollten es bei einer Befragung von 12.800 Personen (darunter 2.600 Personalmanager) wissen. Die Studie zeigt: Wer sich auf einen Job bewirbt, will vor allem, dass es schnell und einfach geht. Die Mehrheit (57 Prozent) bevorzugt daher klar einen digitalen Bewerbungsprozess, beispielsweise durch das Hochladen eines Lebenslaufs in eine Datenbank oder das automatische Ausfüllen eines Bewerbungsformulars.

Bewerber fühlen sich fit im Umgang mit digitalen Tools

Geht es um die eigenen Fähigkeiten, sich grundsätzlich digital bewerben zu können, dann ist der Großteil der Befragten selbstbewusst: 80 Prozent bewerten die eigenen Fähigkeiten und Kenntnisse, digitale Instrumente im Bewerbungsprozess zu nutzen, mit den Schulnoten sehr gut oder gut. Als besonders einfach empfinden die Befragten die Bewerbung per One-Klick (93 Prozent), wobei Bewerber ihre vorab hochgeladenen Unterlagen mit nur wenigen Klicks und häufig auch einfach per Smartphone versenden. Auch mit Videointerviews (88 Prozent) oder dem Hochladen von Lebensläufen in Datenbanken (83 Prozent) hat die Mehrheit bereits gute Erfahrungen gemacht. „Viele Bewerbungsprozesse dauern heutzutage immer noch zu lange. Auch das Recruiting muss endlich im 21. Jahrhundert ankommen und Prozesse für den Bewerber beschleunigen“, sagt Dr. Yasmin Kurzhals, Mitglied des Präsidiums des BPM. „Es ist doch entscheidend, dass diese Tools funktionieren, unkompliziert sind und dem Bewerber klar aufzeigen, dass sie den Bewerbungsprozess zu seinen Gunsten verkürzen.“

"Der ideale Bewerbungsprozess ist menschlich digital"

In einem Punkt sind sich die Befragten der Studie allerdings auch einig: Geht es darum, den potenziellen neuen Arbeitgeber näher kennenzulernen, soll es unbedingt persönlich zugehen. 63 Prozent unterstreichen, dass sie ab dem ersten Kennenlerngespräch mit Menschen agieren und von Menschen bewertet werden möchten. Nur 7 Prozent können sich vorstellen, durch digitale Tools beurteilt zu werden. Eine Analyse von Stimme und Mimik während eines Job-Interviews lehnen Bewerber (62 Prozent) mehrheitlich ab „Effizienz und Menschlichkeit sind kein Widerspruch“, sagt Stefanie Müller, Senior Director HR bei StepStone. „Maschinen können und sollen dabei helfen, Prozesse einfacher zu gestalten und zusätzliche Informationen bereitzustellen – eben damit sich Recruiter und Kandidaten stärker auf die Frage der persönlichen Passung konzentrieren können.“

Die Studie gibt somit einen umfassenden und aktuellen Überblick über den Stand der Digitalisierung des Recruitings in Deutschland.

Quelle: PI Stepstone 2020

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