Welche Bedeutung haben Depressionen und neuropathische Schmerzen auf die Lebensqualität von Patienten mit Lumbalgien?

Wissenschaftler der Tokai University School of Medicine in Kanagawa, Japan, konnten in einer retrospektive Querschnittsstudie mit 309 von 650 neu diagnostizierten Lumbalgie-Patienten, die sich in ihrer orthopädischen Abteilung im Zeitraum zwischen Juni 2012 und Dezember 2013 vorstellten, zeigen, dass Patienten mit Schmerzen im Bereich des unteren Rückens, die unter Depressionen oder unter neuropathischen Schmerzen leiden, in beiden Fällen deutlich stärkere Schmerzen, größere Schmerz-assoziierte Einschränkungen und eine schlechtere Lebensqualität als nicht-depressive Lumbalgie-Patienten haben.

Alle Probanden wurden mit Hilfe folgender Fragebogen untersucht: Ein Fragebogen zu demographischen Angaben, die Self-Rating Depression Scale (SDS) nach Zung, die japanische Version des PDQ-J (= PainDETECT questionnaire Japanese version), die NRS (= numerical pain rating scale) und Fragebogen zur Lebensqualität (QOL= quality of life). Gemäß ihrer SDS-Zung-Scores teilten die Wissenschaftler die Patienten dann in zwei Gruppen ein. In Gruppe 1 waren Personen mit einem SDS-Score < 40 (= nicht-depressiv), in Gruppe 2 Patienten mit einem SDS-Score ≥ 50 (= depressiv). Die Auswertung aller gesammelten Daten ergab, dass 125 der 309 Studienteilnehmer (40,5 %) nicht-depressiv und 63 (20,4 %) depressiv waren. Außerdem zeigte sich, dass der durchschnittliche PDQ-J-Score in Gruppe 2 höher war als in Gruppe 1. Bei den Patienten mit den Depressionen lagen aber auch häufiger neuropathische Schmerzen vor, wobei neuropathische Schmerzen bei 17 von 63 (27 %) depressiven Patienten mit einer Lumbalgie und bei 11 von 125 (9 %) der nicht-depressiven Studienteilnehmer mit den Schmerzen im Bereich des unteren Rückens zu beobachten waren. Zwischen dem SDS-Zung- und dem PDQ-J-Score der Lumbalgie-Patienten bestand eine signifikante Korrelation. Schließlich zeigte sich dann noch, dass die Patienten mit den Depressionen einen höheren NRS-Score und niedrigere Punktwerte auf den Skalen zur Bewertung der Lebensqualität aufwiesen als die nicht-depressiven Probanden.

Den japanischen Wissenschaftlern nach, ist dies die erste Studie, die mit Hilfe des SDS-Zung- und PDQ-J-Screenings bei Patienten mit einer Lumbalgie die Prävalenz von neuropathischen Schmerzen in Assoziation mit depressiven Symptomen und den Einfluss dieser Parameter auf die Lebensqualität der Betroffenen untersucht hat.

(drs/map)
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