Welche Rolle spielt die centromediale Amygdala in der Entwicklung somatischer Symptome bei depressiven Patienten?
Bei Patienten mit Depressionen ist die funktionelle Konnektivität der centromedialen Amygdala und der Insula verringert, welches seinerseits mit dem Schweregrad somatischer Symptome der Betroffenen assoziiert ist. Dies konnten Forscher des First Affiliated Hospital of Anhui Medical University in der Anhui Provinz in China im Rahmen einer Studie zeigen. Basierend auf den Seedregionen der linken und rechten centromedialen Amygdala verglichen die Forscher die RSFC (= resting-state functional connectivity) zwischen 37 Patienten mit Depressionen und 30 gesunden Kontrollpersonen. Der Schweregrad depressiver und somatischer Symptome wurde anhand der „Hamilton Depression Rating Scale (HDRS)“ und des „15-item somatic symptom severity scale of the Patient Health Questionnaire (PHQ-15)“ ermittelt. Außerdem führten die Wissenschaftler Korrelationsanalysen durch, um den Zusammenhang zwischen der RSFC und den klinischen Variablen (HDRS and PHQ-15) bei den depressiven Patienten zu untersuchen. Die Auswertung des Datenmaterials ergab, dass im Vergleich zu den gesunden Kontrollpersonen die Patienten mit Depressionen eine verringerte RSFC zwischen der centromedialen Amygdala und der Insula sowie dem superioren Gyrus temporalis aufwiesen. Außerdem korrelierte bei den depressiven Studienteilnehmern die funktionelle Konnektivität zwischen der linken centromedialen Amygdala und der linken Insula negativ mit dem PHQ-15. Kein signifikanter Zusammenhang fand sich in der Gruppe der Depressiven zwischen der der RSFC und dem HDRS. Diese Studienergebnisse könnten ein neuronales Substrat sein, um das gleichzeitige Auftreten von Depressionen und somatischen Symptomen zu erklären, so die Autoren.
(drs)
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