Assoziation zwischen Vitamin D und Dyslipidämie- Gibt es hierbei einen Unterschied zwischen 25-Hydroxyvitamin D und 1,25-Dihydroxy-Vitamin D?
Schon länger wird vermutet, dass es einen Zusammenhang zwischen den 25-Hydroxyvitamin D-Spiegeln im Serum und einer Dyslipidämie gibt. Ob hierbei ein Unterschied zwischen 25-Hydroxyvitamin D und dem aktiven 1,25-Dihydroxy-Vitamin D vorliegt, ist bislang allerdings unklar gewesen. Wissenschaftler des Department of Medicine, University of Eastern Finland, Kuopio, Finland, haben nun jedoch im Rahmen einer Studie herausgefunden, dass niedrige Werte des aktiven 1,25-Dihydroxy-Vitamin D mit niedrigen HDL (High-density lipoprotein)-Cholesterin-Serumwerten, niedrige Werte des 25-Hydroxyvitamin D hingegen mit hohen Werten des Gesamtcholesterins, des LDL (Low-density lipoprotein)-Cholesterins und der Triglyzeride assoziiert sind. Teilnehmer der Studie waren 909 Männer im Alter zwischen 45 und 70 Jahren, die keinerlei antidiabetische Medikation erhielten. Allen Probanden wurde zur Bestimmung der 25-Hydroxyvitamin D-, 1,25-Dihydroxy-Vitamin D- und Lipid-Serumspiegel Nüchternblut entnommen. Zusätzlich wurde ein oraler Glukosetoleranztest durchgeführt und die Insulin-Empfindlichkeit der Studienteilnehmer getestet. Es zeigte sich eine signifikante inverse Assoziation zwischen dem 25-Hydroxyvitamin D und dem Gesamtcholesterin sowie dem LDL-Cholesterin und den Triglyzeriden. Ein Zusammenhang zwischen dem 25-Hydroxyvitamin D und dem HDL-Cholesterin konnte hingegen nicht festgestellt werden. Im Gegensatz dazu fanden die Forscher keinen Zusammenhang zwischen dem 1,25-Dihydroxy-Vitamin D und dem LDL-Cholesterin oder den Triglyzeriden. Diese Beobachtungen konnten auch nach Ausschluss einer Statintherapie sowie nach Adjustierung auf die Parameter Alter, Taillenumfang, Body-Mass-Index, Alkoholkonsum, Rauchgewohnheiten, Nierenfunktion, Glukosetoleranz und Insulin-Empfindlichkeit unverändert gemacht werden. Nach Ansicht der Wissenschaftler tragen diese neuen Studienergebnisse möglicherweise zu einem besseren Verständnis über den Zusammenhang zwischen einem Vitamin D-Mangel und kardiovaskulären Erkrankungen bei.
(drs)
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