Langzeittherapie mit Deutetrabenazin bei Patienten mit tardiver Dyskinesie effektiv und sicher
Eine Langzeittherapie mit Deutetrabenazin (= deuteriertes Tetrabenazin) scheint bei Patienten mit einer tardiven Dyskinesie eine effektive und sichere Therapieoption zu sein. Hiervon berichten Wissenschaftler des Center for Neurological Restoration, Cleveland Clinic Foundation in Cleveland, Ohio, USA, in einem vor Kurzem publizierten Beitrag des „Journal of Neurology, Neurosurgery, and Psychiatry“. 343 Patienten mit einer tardiven Dyskinesie (TD), die bereits an einer 12-wöchigen Plazebo-kontrollierten Phase III-Studie teilgenommen hatten, wurden für eine neue einarmige Open-label-Studie ausgewählt. Die aktuelle Open-label-Studie bestand aus einer 6-wöchigen Dosis-Eskalationsphase und einer Langzeit-Erhaltungsphase. Klinische Visiten fanden nach 4, 6 und 15 Wochen sowie alle 13 Wochen bis zur 106. Woche der Behandlung statt. Die Behandlung der Patienten begann mit Deutetrabenazin in einer Dosierung von 12 mg/Tag und wurde auftitriert je nach Dosisverträglichkeit und einer adäquaten Dyskinesie-Kontrolle bis zu einer maximal erlaubten Dosis von 48 mg/Tag (bei Patienten mit der Einnahme von starken Cytochrome P450 2D6 (CYP2D6)-Inhibitoren 36 mg/Tag). Bestimmungen der Sicherheit des Medikamentes umfassten die Inzidenz unerwünschter Nebenwirkungen und Veränderungen auf Skalen, die Verwendung im Monitoring des Parkinsonismus, der Akathisie/Restlessness, von Angsterkrankungen, von Depressionen, der Suizidalität und der Somnolenz/Sedierung. Effektivitätsendpunkte beinhalteten Veränderungen im AIMS (= Abnormal Involuntary Movement Scale)-Score (Items 1 bis 7) von Beginn der Behandlung an und den Anteil der Patienten, die als „gut gebessert“, oder „sehr gut gebessert“ in puncto „Clinical Global Impression of Change“ bewertet wurden. Es zeigte sich, dass die Expositions-adjustierten Inzidenzraten von unerwünschten Nebenwirkungen bei einer Langzeittherapie vergleichbar oder niedriger waren, als die, die in der Phase III-Studie zu beobachten waren. Die durchschnittliche Veränderung des AIMS-Scores lag in der 54. Woche bei -4,9 (n = 146), in der 80. Woche bei -6,3 (n = 66) und in der 106. Woche bei -5,1 (n = 8). Diese Studienergebnisse bestätigen, dass eine Langzeittherapie mit Deutetrabenazin bei Patienten mit tardiver Dyskinesie effektiv und sicher ist, so die Autoren.
(drs)
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Quellen-URL (abgerufen am 19.09.2019 - 21:47): http://www.neuromedizin.de/Psychiatrie/angzeittherapie-mit-Deutetrabenazin-bei-Patienten-mit-tardiv.htm
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