Prädiktoren und Folgen von Einsamkeit während der COVID-19-Pandemie
Ein Ergebnis der Richtlinien zur sozialen Distanzierung im Rahmen der COVID-19-Pandemie ist eine Zunahme des Risikos für Einsamkeit und eine damit assoziierte Abnahme der Lebensqualität. Wissenschaftler der University of Toronto Scarborough, Kanada, sind kürzlich im Rahmen einer Studie der Frage nachgegangen, welche Faktoren im Querschnitt (n=797) und longitudinal (n=395) mit der Einsamkeit und Lebensqualität während der Pandemie assoziiert sind. Die Analysen ergaben, dass ein höheres Lebensalter und ein größeres soziales Netzwerk mit einer geringeren Einsamkeit, multiple körperliche und mentale Erkrankungen dagegen mit einer größeren Einsamkeit assoziiert waren. Doch auch ein umfangreicherer virtueller Kontakt stand mit einer vermehrten Einsamkeit in Zusammenhang. Außerdem zeigte sich, dass vermehrte Einsamkeit mit allen Bereichen der Lebensqualität assoziiert war, und zwar sowohl im Querschnitt als auch longitudinal. Den Experten zufolge ist es entscheidend, die Faktoren zu verstehen, die mit der Einsamkeit zusammenhängen, um effektive Maßnahmen dagegen zu entwickeln und die Lebensqualität während der Pandemie verbessern zu können. Im Gegensatz zu der in der Bevölkerung weit verbreiteten Meinung sind ein höheres Lebensalter mit einer geringeren und mehr virtuelle soziale Kontakte mit verstärkter Einsamkeit assoziiert, so die Autoren. Deshalb sei es vernünftig, virtuellen sozialen Kontakten in öffentlichen Kampagnen weniger Bedeutung zuzuschreiben und sichere Methoden der Interaktion zwischen den Menschen vermehrt hervorzuheben.
(drs)
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