Neue Studie belegt gute Wirkung der Bright-Light-Therapie bei bipolarer Depression
In einer 6-wöchigen randomisierten Plazebo-kontrollierten Doppelblindstudie haben amerikanische Wissenschaftler der Northwestern University in Chicago und weiterer klinischer Einrichtungen in den USA die Effektivität einer adjunktiven Bright-Light-Therapie zur Mittagszeit bei Patienten mit einer bipolaren Depression untersucht. Endziele der Studie waren die Bestimmung der Remissionsrate, des Grades der depressiven Symptomatik, die Switching-Rate der Stimmungslage sowie die Schlafqualität der Betroffenen. Teilnehmer waren 46 depressive erwachsene Patienten mit einer Bipolar I- oder Bipolar II-Störung, die unter einer stabilen antimanischen medikamentösen Therapie standen. Ausgeschlossen waren Personen mit einer Hypomanie oder Manie, gemischten Symptomen oder einem Rapid Cycling. Die Forscher teilten die Probanden in 2 Gruppen zu je 23 Patienten ein. Gruppe 1 erhielt zusätzlich zur Standardmedikation mittags eine Bright-Light-Therapie mit hellem weißem Licht mit einer Intensität von 7.000 Lux, Gruppe 2 eine Placebo-Behandlung mit Dimlight-Rotlicht (50 Lux). Die Symptomatik der Studienteilnehmer wurde wöchentlich mit Hilfe des SIGH-ADS (= Structured Interview Guide for the Hamilton Depression Scale With Atypical Depression Supplement), der Mania Rating Scale und des Pittsburgh Sleep Quality Index ermittelt. Eine Remission definierten die Forscher als einen SIGH-ADS-Score von 8 oder weniger. Alle Patienten hatten zu Beginn der Studie eine mäßige Depression und keinerlei manische oder hypomanische Symptome. Es zeigte sich, dass die Bright-Light-Therapie-Gruppe im Vergleich zu der Plazebogruppe nach 4 bis 6 Wochen eine signifikant höhere Remissionsrate (68,2 % versus 22,2 %) und gegen Studienende einen deutlich niedrigeren Depressions-Score aufwies. Switchings der Stimmungslage waren nicht zu beobachten. Die Schlafqualität besserte sich bei allen Patienten ohne signifikante Unterschiede zwischen beiden Gruppen. Die Ergebnisse dieser Studie zeigen eindeutig, dass eine zur Mittagszeit durchgeführte adjunktive Bright-Light-Therapie eine effektive Therapiemethode der bipolaren Depression ist, so die Autoren.
(drs)
Zurück zur Startseite
Weitere Newsmeldungen
    • Bayerischer Landes-Caritasverband startet Infoportal „Neue Drogen“
      Der Markt für neue Drogen wächst rasant: Laut Europäischer Drogenbeobachtungsstelle drängten im Jahr 2016 insgesamt 66 neue Substanzen auf den deutschen Markt. Allein in Deutschland wurden laut Bundeskriminalamt (BKA) im Jahr 2016 insgesamt 98 Todesfälle im Zusammenhang mit "Legal Highs" wie den "Kr...
      Mehr
    • Screening auf Trichotillomanie und Dermatillomanie bei Kindern und Jugendlichen mit Tourette-Syndrom?
      Schon längere Zeit vermuten Wissenschaftler, dass die im Kindesalter beginnende Trichotillomanie sowie Dermatillomanie und die Zwangsstörungen (OCD = obsessive-compulsive disorder) sowie das Tourette-Syndrom (TS) eine gemeinsame genetische Disposition und zugrunde liegende Pathophysiologie haben. Ei...
      Mehr
    • Mehr als sechs Millionen US-Bürger leiden aktuell an Morbus Alzheimer
      US-Forschungsergebnisse liefern erstmals eine Schätzung der Anzahl von US-Amerikanern mit einer präklinischen Alzheimer-Erkrankung oder leichten kognitiven Beeinträchtigungen. Bei rund 47 Millionen Menschen in den USA liegen zudem Hinweise auf eine präklinische Alzheimer-Erkrankung vor. Sie verfügen...
      Mehr
    • Neuer Behandlungsansatz bei Diabetes und Adipositas durch Stress-Protein-Hemmung
      Das Protein FKBP51 ist an der Regulierung des Stresssystems beteiligt; ist dieses gestört können psychiatrische Krankheiten entstehen. Forscher am Max-Planck-Institut für Psychiatrie (MPI) haben nun entdeckt, dass das Protein als molekulares Bindeglied zwischen dem Stress-Regulationssystem und Stoff...
      Mehr
    • Neue kostenfreie DGPPN-App: Expertenwissen für Kliniker
      Zum 17. Weltkongress der Psychiatrie in Berlin hat die Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN) eine neue App für den klinischen Alltag freigeschaltet. Neben einem umfangreichen Wissensteil zu psychischen Störungen, der Diagnostik und
      Mehr
    • Erhöhtes Risiko für Suizid-Versuche bei jungen Autismus-Patienten
      In einigen Studien finden sich offenbar Hinweise dafür, dass Patienten mit einer autistischen Erkrankung eine erhöhte Prävalenz für Depressionen aufweisen. Dies führte zu der Vermutung, dass es eine Assoziation zwischen einer autistischen Erkrankung (ASD = autism spectrum disorder) und der Suizidali...
      Mehr
    • Einsatz der tiefen Hirnstimulation bei therapieresistenter Depression vielversprechend
      Am Neurozentrum Bern wurde jezt erstmals eine depressive Patientin mit der Technik der tiefen Hirnstimulation behandelt, nachdem alle anderen Behandlungsformen wie störungsspezifische Psychotherapie, Pharmakotherapie und nichtinvasive Hirnstimulationsverfahren erfolglos waren.
      Mehr
    • Studie weist erstmals Bedeutung epigenetischer Veränderungen bei ADHD nach
      Früh einsetzende Verhaltensprobleme wie Lügen und ADHD gehören in England zu den Hauptursachen für die Überweisung von Kindern zum Spezialisten. Beide Störungen neigen dazu, gemeinsam aufzutreten. Über 40 Prozent der Kinder mit Verhaltensstörungen leiden auch an ADHD. Zusätzlich sind ähnliche Erfahr...
      Mehr
Zum Archiv

Quellen-URL (abgerufen am 18.01.2018 - 10:33): http://www.neuromedizin.de/Psychiatrie/Neue-Studie-belegt-gute-Wirkung-der-Bright-Light-Therapie-be.htm
Copyright © 2014 | http://www.neuromedizin.de ist ein Dienst der MedienCompany GmbH. | Medizin-Medienverlag | Amselweg 2, 83229 Aschau i. Chiemgau | Geschäftsführer: Beate Döring | Amtsgericht Traunstein | HRB 19711 | USt-IdNr.: DE 223237239