Neue Ergebnisse der SuPrA-Studie über Drogenkonsum und Präventionsprogramme in der Partyszene von Berlin
Im nationalen und europaweiten Vergleich ist der Konsum von legalen und illegalen Substanzen/Drogen in der deutschen Hauptstadt Berlin höher als in ähnlichen anderen Großstädten. Genaue Daten über den Drogenkonsum in der Partyszene fehlen allerdings bislang. Hiervon berichteten vor Kurzem Wissenschaftler der Charité Universitätsmedizin Berlin und des Berliner Instituts für Gesundheitsforschung/Berlin Institute of Health (BIH) in einem Beitrag der Zeitschrift „European Addiction Research“. Die Forscher initiierten eine Studie mit dem Ziel, die soziodemographischen Merkmale der Berliner Partyszene und deren Muster des Substanzmissbrauchs zu ermitteln. Außerdem wollten sie herausfinden, wie die Erwartungen gegenüber präventiven Maßnahmen sind, um letztendlich hieraus angemessene Präventivmaßnahmen ableiten zu können. Hierzu befragten sie insgesamt 877 Personen aus der Partyszene Berlins (674 online und 203 vor Ort). Das Interview beinhaltete Fragen zu demographischen Daten der Studienteilnehmer und Mustern des Substanzkonsums in der Szene. Außerdem sammelten sie Angaben über die Nachfrage nach Beratungsleistungen und persönliche Einschätzungen über den Nutzen prospektiver sowie bereits existierender Präventionsprogramme und -angebote. Das Alter der Probanden lag im Mittel bei 29 Jahren, 43 % von ihnen waren weiblich. Es zeigte sich, dass Alkohol die häufigste Substanz in der Partyszene war, gefolgt von Cannabis, MDMA/Ecstasy, Amphetaminen, Cocain und Ketaminen. Metamphetamine und „legal highs" spielten in diesem besonderen Kollektiv keine größere Rolle. Die am häufigsten nachgefragte Präventionsmaßnahme war mehr Aufklärung über Drogen und das so genannte „Drug-Checking“. Nach Meinung der Berliner Wissenschaftler sind präventive Maßnahmen in diesem Bereich sowohl notwendig als auch gewünscht und eine Ausweitung bereits existierender Programme, wie z. B. das bislang politisch kontrovers diskutierte „Drug-Checking“, sollte den Experten zufolge in Betracht gezogen werden.
(drs)
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Quellen-URL (abgerufen am 14.10.2019 - 12:33): http://www.neuromedizin.de/Psychiatrie/Neue-Ergebnisse-der-SuPrA-Studie-ueber-Drogenkonsum-und-Prae.htm
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