Angstsymptome sind Prädiktor für Abnahme des episodischen Gedächtnisses bei kognitiv gesunden Senioren und Seniorinnen
In einer prospektiven Studie haben chinesische Wissenschaftler des Department of Psychiatry, The Chinese University of Hong Kong, untersucht, ob bestehende Angstsymptome bei kognitiv gesunden älteren Menschen über einen Beobachtungszeitraum von 3 Jahren hinweg mit Veränderungen des Gedächtnissen assoziiert sind. Studienteilnehmer waren 91 Senioren und Seniorinnen ohne kognitive Einschränkungen, die jedoch unter Angstsymptomen litten. Ihnen wurden 91 Kontrollpersonen mit nahezu identischer Konstitution (Geschlecht, Alter und Bildungsgrad) zugeordnet. Die Angstsymptome der Probanden wurden anhand des “Revised Clinical Interview Schedule (CIS-R)“ ermittelt. Die physische Gesundheit untersuchten die Forscher mit Hilfe der „Chronic Illness Rating Scale (CIRS)“, die kognitive Verfassung anhand der „Cantonese version of the mini-mental state examination (CMMSE)“, des „10-minute delay recall“, des „Category verbal fluency test (CVFT)“, der „Trail making tests (TMT)“ und des Digit-Span- sowie des visuellen Span-Tests. Endziel der Studie war die Veränderung des kognitiven Zustandes über einen Zeitraum von 3 Jahren. Die Auswertung der gesammelten Daten ergab, dass die Angstgruppe einen höheren CIRS- sowie CIS-R-Score hatte als die Kontrollgruppe. Lineare Regressionsanalysen zeigten, dass vorbestehende Angstsymptome mit Veränderungen im „10-minute delay recall“ im Sinne einer deutlichen Verzögerung assoziiert waren, und zwar nach Adjustierung für den kognitiven Zustand sowie die physische und mentale Gesundheit der Studienteilnehmer. Ängstliche gesunde ältere Menschen wiesen in dieser Studie über einen Beobachtungszeitraum von 3 Jahren hinweg eine spezifische Abnahme des episodischen Gedächtnisses auf, so die Autoren. Die Ergebnisse deuten nach Meinung der Experten darauf hin, dass Angstsymptome prädiktiv für einen Abbau des episodischen Gedächtnisses bei kognitiv gesunden älteren Erwachsenen sind und ein frühes Zeichen für neurodegenerative Erkrankungen sein könnten.
(drs)
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Quellen-URL (abgerufen am 16.08.2018 - 00:15): http://www.neuromedizin.de/Psychiatrie/Angstsymptome-sind-Praediktor-fuer-Abnahme-des-episodischen-.htm
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