Neue Studie zur Langzeitprognose von Kindern mit zerebralen Aneurysmen
Wissenschaftler der Université Paris Sorbonne und der Université Paris Descartes in Paris, Frankreich, sind zusammen mit französischen Kollegen des Kremlin-Bicêtre Hospital, Le Kremlin-Bicêtre und Forschern des Centre Hospitalier Universitaire Vaudois, Lausanne, Schweiz, im Rahmen einer Studie der Frage nachgegangen, wie das Langzeit-Outcome von unter 15-jährigen Kindern ist, die wegen eines rupturierten oder symptomatischen zerebralen Aneurysmas behandelt wurden. Ziel der Studie war es außerdem, prognostische Faktoren für das klinische Outcome, für Rezidive und erneute Blutungen zu ermitteln. Hierzu werteten sie die Daten und Aufnahmen der kranialen MRT-Untersuchungen von 51 Kindern im durchschnittlichen Alter von 8,5 ± 1,1 Jahren aus, bei denen im Zeitraum zwischen 2000 und 2015 entweder eine endovaskuläre Behandlung (84 % der Fälle) oder ein mikrochirurgischer Eingriff (16 % der Fälle) durchgeführt wurde. Das Outcome wurde als günstig bewertet, wenn der King's Outcome Scale for Childhood Head Injury-Score ≥ 5 war. Bei 37 Kindern handelte es sich um ein rupturiertes, bei 14 Patienten um ein symptomatisches Aneurysma. Es zeigte sich, dass trotz einer Todesrate von 19,6 % nach einem durchschnittlichen Nachbeobachtungszeitraum von 8,3 Jahren 35 Kinder (68,6 %) ein günstiges Outcome aufwiesen. Die jährliche Blutungsrate lag im Mittel bei 1,4 % ± 1,1 % und die jährliche Aneurysmarezidiv-Rate bei 2,6 % ± 1,8 %. Eine zerebrale Ischämie, entweder initial oder verzögert innerhalb des ersten Monats, war in multivariaten Analysen prädiktiv für ein schlechtes klinisches Resultat. Der einzige Faktor, der mit einem Aneurysma-Rezidiv assoziiert war, war eine Aneurysma-Größe von mehr als 5 mm. Das Fazit der Wissenschaftler: Zwei Drittel der untersuchten unter 15-jährigen Kinder, die ein rupturiertes oder symptomatisches zerebrales Aneurysma aufwiesen, hatten ein gutes Langzeit-Outcome. Außerdem konnte gezeigt werden, dass die jährliche Blutungs- und Aneurysmarezidiv-Rate nach einer endovaskulären oder operativen Therapie sehr gering ist. Langzeit-Nachuntersuchungen mittels Bildgebung könnten dazu beitragen, Aneurysma-Rezidive oder -Neuformationen frühzeitig abzubilden und damit erneute Blutungen zu verhindern, so die Experten.
(drs)
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Quellen-URL (abgerufen am 20.07.2019 - 07:55): http://www.neuromedizin.de/Neuropaediatrie/Neue-Studie-zur-Langzeitprognose-von-Kindern-mit-zerebralen-.htm
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