Indische Studie zum Spektrum der Neurobildgebung einer schweren Hypernatriämie bei Kindern mit neurologischen Manifestationen

In einer retrospektiven Studie haben Wissenschaftler des Postgraduate Institute of Medical Education and Research in Chandigarh, Indien, untersucht, wie das Spektrum von Veränderungen in der Neurobildgebung bei Kindern mit einer schweren Hypernatriämie ist. Studienteilnehmer waren Kinder mit einer schweren Hypernatriämie (Serumnatrium >160 mmol/l), die in einem Zeitraum von 2 Jahren in einem Krankenhaus der Maximalversorgung behandelt wurden und pathologische neurologische Untersuchungsergebnisse und pathologische Auffälligkeiten in der MRT des Gehirns aufwiesen. Die Forscher dokumentierten relevante klinischen Daten und die Ernährung der Patienten sowie klinische Merkmale, Komplikationen und biochemische und radiologische Parameter in einem strukturierten Pro forma-Dokument. Die MRT-Befunde wurden wie folgt klassifiziert: vaskulär (Hämorrhagien und zerebrale Sinusvenenthrombosen), ein osmotisches Demyelinisierungssyndrom (pontine und extrapontine Myelinolysen) und Veränderungen der weißen Hirnsubstanz. Die häufigsten klinischen Merkmale bei den Neugeborenen waren eine schlechte Ernährung (n=4) und eine zu geringe Urinausscheidung (n=4). Bei den älteren Kindern fanden sich vor allem gastrointestinale Verluste (n=5). Alle Patienten wiesen eine Dehydrierung mit einer Enzephalopathie auf. In der Bildgebung zeigten sich vaskuläre Pathologien (Hämorrhagien: n=5 und zerebrale Sinusvenenthrombosen: n=3), eine osmotischen Demyelinisierung (n=8) und Veränderungen der weißen Hirnsubstanz (n=7). Die weiteren Analysen ergaben, dass eine Koagulopathie mit vaskulären Komplikationen und der Grad der Dehydrierung mit den venösen Thrombosen und einem akuten Nierenversagen korrelierten. Neurologische Folgen waren in 4 Fällen zu beobachten und korrelierten wiederum mit der Hypernatriämie und der Hyperosmolarität.

Diese Studienergebnisse zeigen, dass charakteristische Befunde der Neurobildung bei Kindern mit einer schweren Hypernatriämie vaskuläre Veränderungen in Form von venösen Thrombosen und Hämorrhagien, eine osmotische Demyelinisierung und Verletzungen der weißen Hirnsubstanz und/oder eine Kombination all dieser Befunde sind, so die Autoren. Eine schwere Hypernatriämie und die hieraus resultierende Hyperosmolarität habe dann häufig neurologische Probleme bei den Neugeborenen und Kleinkindern zur Folge.

(drs)
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Quellen-URL (abgerufen am 26.10.2021 - 03:40): http://www.neuromedizin.de/Neuropaediatrie/Indische-Studie-zum-Spektrum-der-Neurobildgebung-einer-schwe.htm
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