Epilepsiedauer als unabhängiger Risikofaktor für Anfallsrezidiv nach Revaskularisation bei Kindern mit Moyamoya-Erkrankung
Die Dauer einer bestehenden Epilepsie ist bei Kindern mit der Moyamoya-Erkrankung ein unabhängiger Risikofaktor für Anfallsrezidive nach einer Revaskularisationsoperation. Dies konnten chinesische Wissenschaftler der Capital Medical University in Beijing in einer vor Kurzem im „Journal of Stroke & Cerebrovascular Diseases“ publizierten Studie zeigen. Die Forscher werteten die Daten von 696 konsekutiven pädiatrischen Patienten mit der Moyamoya-Erkrankung aus, die im Zeitraum zwischen 2009 und 2015 ins Krankenaus in Beijing eingewiesen worden waren und bei denen eine therapeutische Revaskularisation durchgeführt wurde. 28 der 696 Kinder hatten vor der Revaskularisationsoperation epileptische Anfälle. Während des Follow-ups von durchschnittlich 42 Monaten kam es bei 7 der 28 Patienten (25 %) postoperativ zu Anfallsrezidiven. Multivariable Analysen ergaben, dass die Epilepsiedauer vor dem Eingriff ein unabhängiger Prädikator für das Auftreten von postoperativen Anfällen war (Odds Ratio 3.84, 95 % Konfidenzintervall 1.54-24.34; P = .035). Zwischen den beiden häufigsten Operationsmethoden der Moyamoya-Erkrankung, dem direkten und dem indirekten Bypass, bestand den Experten zufolge bei den pädiatrischen Moyamoya-Patinten mit einer Epilepsie kein signifikanter Unterschied in puncto postoperative Anfallsprävention.
(drs)
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