Entwicklungsfehlbildungen des Gehirns: Führender Risikofaktor für Mortalität bei Kindern mit neonatalen Anfällen
Entwicklungsfehlbildungen des Gehirns sind bei Kindern mit neonatalen Anfällen der wichtigste Mortalitäts-Risikofaktor. Zu diesem Ergebnis kommen Wissenschaftler des Emek Medical Center in Afula, Israel, im Rahmen einer vor Kurzem in der Zeitschrift „Neuropediatrics“ publizierten Studie. Die Forscher werteten zunächst retrospektiv die Daten von 69.460 Neugeborenen aus, die im Zeitraum zwischen Januar 2001 und Januar 2016 im Emek Medical Center zur Welt gekommen waren. In die Studie selbst wurden dann 118 Kinder eingeschlossen, die neontale Anfälle (= innerhalb der ersten 28 Lebenstage) entwickelt hatten. 35 dieser 118 Patienten (29,7 %) starben innerhalb des ersten Lebensjahres. Die Analysen ergaben, dass die Haupttodesursache Entwicklungsfehlbildungen des Gehirns waren (31,4 %), gefolgt von genetischen/metabolischen Erkrankungen (20 %), einer hypoxisch-ischämischen Enzephalopathie (20 %), einer intrakraniellen Blutung (11,4 %) und Infektionen (11,4 %). In weiteren Untersuchungen zeigte sich, dass in 18 % der Fälle der überlebenden und bei 14,6 % der verstorbenen Kinder eine Blutsverwandtschaft der Eltern vorlag. Entwicklungsfehlbildungen des Gehirns fanden sich aber auch bei 3,6 % der Neugeborenen, die überlebten. Stufenweise logistische Regressionsanalysen (Backward) ergaben dann, dass die Entwicklungsfehlbildungen des Gehirns, aber auch eine Einnahme von mehr als einem Antiepileptikum und ein Multiorganversagen die signifikantesten Mortalitätsprädiktoren der Kinder mit neonatalen Anfällen waren.
(drs)
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