Wissenschaftler fordern neue Therapieoptionen für die Behandlung von Patienten mit tuberöser Sklerose und Epilepsie
Die tuberöse Sklerose (TSC = Tuberous sclerosis complex) ist häufig mit einer Epilepsie assoziiert. Wissenschaftler der Analysis Group, Inc., in Boston, USA, haben im Rahmen einer Studie die weltweit tatsächlich vorhandenen Behandlungsmuster von Epilepsie-Patienten mit einer TSC analysiert. Teilnehmer der Studie waren 1.328 TSC-Patienten aus 15 Kliniken in den USA und einer aus Belgien, deren Daten im Zeitraum zwischen 2006 und 2014 in der „TSC Natural History Database“ hinterlegt worden waren. 1.110 der 1.328 Patienten (83,6 %) litten unter einer Epilepsie. Das Durchschnittsalter bei der Epilepsiediagnose lag bei 0,7 Jahren. Die Datenauswertungen ergaben, dass von den 92,3 % der TSC-Patienten, die eine Epilepsie-Behandlung erhielten, 99,5 % Antiepileptika verordnet bekamen, 25,3 % epilepsiechirurgisch versorgt wurden , 7,9 % eine spezielle Diät erhielten und 1 % mit mTOR-Inhibitoren behandelt wurden. Außerdem zeigte sich, dass von den Patienten, die Antiepileptika erhielten, mehr als die Hälfte (64,5 %) 3 oder mehr Antiepileptika einnahmen und 22,5 % nach Beginn der medikamentösen antiepileptischen Therapie noch epilepsiechirurgisch behandelt wurden. Von den Studienteilnehmern, die operiert wurden, erfolgten wiederum bei 35,1 % weitere entsprechende Eingriffe. Der Einsatz von multiplen Antiepileptika und operativen Interventionen zeigt, dass es notwendig ist, neue Therapiestrategien zu entwickeln, um die Behandlung von Patienten mit tuberöser Sklerose und Epilepsie zu verbessern, so die Wissenschaftler.
(drs)
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Quellen-URL (abgerufen am 11.12.2018 - 23:39): http://www.neuromedizin.de/Neurologie/Wissenschaftler-fordern-neue-Therapieoptionen-fuer-die-Behan.htm
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