Erhöhte Caprinsäure-Konzentrationen spielen keine direkte Rolle bei den antikonvulsiven Effekten der ketogenen Diät
Es gibt Hinweise darauf, dass die mittelkettige Fettsäure Caprinsäure ein direkter Inhibitor der AMPA-Rezeptoren ist. Letztere stellen eine Untergruppe der Glutamat-Rezeptoren dar und sind hier die häufigste Form der Neurotransmitterrezeptoren. Wissenschaftler der Universite Paris Diderot und des Hopital Robert Debre in Paris, Frankreich, sind kürzlich im Rahmen einer Studie der Frage nachgegangen, ob es einen Zusammenhang zwischen den Caprinsäure-Serumspiegeln und der Effektivität einer ketogenen Diät bei entsprechend behandelten Kindern mit einer Epilepsie gibt. Hierzu bestimmten die Forscher bei insgesamt fünf pädiatrischen Epilepsie-Patienten im durchschnittlichen Alter von 1,5 +/- 0,6 Jahren vor und nach Beginn der ketogenen Diät mittels Gaschromatographie-Massenspektrometrie die Spiegel der Caprinsäure im Serum. Es zeigte sich, dass zwei Kinder nach drei Monaten Diät auf die Behandlung angesprochen hatten. Die Caprinsäure-Serumspiegel vor Beginn der Therapie lagen im Mittel bei 63,2 μM. Ein einziger Patient entpuppte sich als Non-Responder und wies nach einem Monat der ketogenen Diät einen Anstieg des Caprinsäure-Serumspiegels um 5 % auf. Die übrigen 4 Kinder, von denen nur zwei auf die ketogene Diät angesprochen hatten, zeigten einen Abfall der Caprinsäure-Spiegel von -5,3 % auf -75,5 %. Nach Meinung der französischen Wissenschaftler deuten die vorläufigen Daten der Studie darauf hin, dass eine ketogene Diät nicht zu einem Anstieg der Caprinsäure-Serumspiegel führt. Es sei demnach nicht davon auszugehen, dass erhöhte Caprinsäure-Konzentrationen direkt an den antikonvulsiven Effekten der ketogenen Diät beteiligt sind.
(drs)
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