Zerebrale Angiographie und neuroendovaskuläre Therapie auch bei Patienten mit vorbestehender chronische Nierenerkrankung sicher
Wissenschaftler des Department of Neurology, University of Minnesota Medical School and Hennepin County Medical Center in Minneapolis, USA, sind im Rahmen einer Studie der Frage nachgegangen, wie hoch die Inzidenz der Kontrastmittel-induzierten Nephropathie bei Patienten ist, die sich mit einer bereits vorbestehenden chronischen Nierenerkrankung einem neuroendovaskulären Eingriff mit zerebraler Angiographie unterziehen müssen. Hierzu analysierten die Forscher retrospektiv die Daten von 185 dieser Hochrisiko-Patienten, bei denen in 2 verschiedenen akademischen Zentren über einen Zeitraum von 4 Jahren hinweg eine zerebrale Angiographie und eine neuroendovaskuläre Intervention durchgeführt wurde. Als eine Kontrastmittel-induzierte Nephropathie definierten die Wissenschaftler eine absolute Serumkreatinin-Zunahme um 0,5 ml/dl oder einen Anstieg um mehr als 25 % seines Ausgangswertes 48 bis 72 Stunden nach der Kontrastmittelexposition, und zwar nach Ausschluss anderer Ursachen für eine Beeinträchtigung der Nierenfunktion. Als Hochrisiko-Patienten stuften die Experten diejenigen Studienteilnehmer ein, die vor dem Eingriff unabhängig vom Kreatininspiegel eine eGFR < 60 ml/min und damit eine chronische Nierenerkrankung im Stadium 3 bis 5 hatten. Es zeigte sich, dass nur einer von 184 Hochrisiko-Patienten (0,54 %) eine Kontrastmittel-induzierte Nephropathie entwickelte. Dieser Patient hatte eine chronische Nierenerkrankung im Stadium 5 und zahlreiche weitere Risikofaktoren. Die Rate an Nierenschädigungen war in dieser Studie bei den Patienten mit einer chronischen Nierenerkrankung, die als Hochrisiko-Patienten bei neuroendovaskulären Eingriffen gelten, sehr gering, so die Autoren. Nach Ansicht der Wissenschaftler können multiple Faktoren für die Risikominimierung einer Kontrastmittel-induzierten Nephropathie bei dieser speziellen Patientengruppe verantwortlich sein.
(drs)
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