Postmortale Diagnose von Kopfverletzungen: Computertomographie versus Autopsie
Die postmortale Computertomographie ist zur Diagnose von Kopfverletzungen ebenso gut geeignet wie eine Autopsie. Hiervon berichten Wissenschaftler des Service d'imagerie morphologique et fonctionnelle, Centre hospitalier Sainte-Anne und des Pôle universitaire d'imagerie post-mortem, Université Paris Descartes in Paris, Frankreich, in einem aktuellen Beitrag des „Journal of Neuroradiology“. Im Rahmen einer Studie sammelten die Forscher über einen Zeitraum von 3 Jahren Daten von konsekutiven Todesfällen, bei denen postmortal sowohl eine native CT (PMCT= postmortem computed tomography) als auch eine konventionelle Autopsie durchgeführt wurden und werteten die Daten dann retrospektiv aus. In den PMCT-Aufnahmen wurde untersucht, ob Frakturen der Schädelkalotte oder -basis, von Gesichtsknochen und des Atlas/Axis oder intrakranielle Blutungen vorlagen. Außerdem wurden Kappa-Werte berechnet, um eine Übereinstimmung der PMCT mit den Autopsie-Berichten zu ermitteln. In die Studie wurden insgesamt 73 Todesfalle mit einbezogen, von denen 44 (60 %) ein Schädeltrauma erlitten hatten. Es zeigte sich, dass die Übereinstimmung der PMCT mit der Autopsie in puncto Frakturen nahezu perfekt und hinsichtlich intrakranieller Blutungen substanziell war. Um Gesichtsfrakturen oder Frakturen der oberen Halswirbelsäule und intraventrikuläre Blutungen aufzudecken, war die PMCT der Autopsie etwas überlegen. Allerdings konnten wiederum in einigen Fällen mittels der PMCT dünne extra-axiale Blutansammlungen nicht detektiert werden. Sowohl die postmortale Computertomographie als auch die konventionelle Autopsie sind gut dazu geeignet, Kopfverletzungen zu diagnostizieren, so die Experten. Eine Kombination beider Techniken könnte allerdings die Qualität der post mortem-Untersuchungen noch deutlich verbessern.
(drs)
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Quellen-URL (abgerufen am 26.05.2020 - 09:51): http://www.neuromedizin.de/Neuro-Radiologie/Postmortale-Diagnose-von-Kopfverletzungen--Computertomograph.htm
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