Optimierung der Steuerung von MRT-Scannern, um feinere Details des menschlichen Gehirns sichtbar zu machen

Die MRT gewährt Einblicke ins Innere des menschlichen Körpers – insbesondere ins Gehirn – durch die geschickte Kombination von Magnetfeldern und Radiowellen. Infolgedessen werden die im Gewebe reichlich vorhandenen Wasserstoffatome dazu verleitet, elektromagnetische Signale auszusenden, die von Antennen empfangen und per Computer in Bilder übersetzt werden. Eine wichtige Rolle spielt dabei das magnetische Grundfeld, dessen Stärke in „Tesla“ gemessen wird. In der klinischen Routine werden zumeist MRT-Scanner eingesetzt, die mit bis zu drei Tesla betrieben werden. Höhere Feldstärken – Fachleute sprechen von „Ultrahochfeld-MRT“ – sind bislang noch vorwiegend der Forschung vorbehalten.

Spezialisten für Magnetresonanztomographie (MRT) des Deutschen Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) optimieren im Rahmen eines internationalen Projekts die Steuerung von MRT-Scannern, um feinere Details des menschlichen Gehirns sichtbar machen zu können. Damit sollen krankhafte Veränderungen erfasst werden, die im Zusammenhang mit „spinozerebellären Ataxien“ auftreten. Diese neurodegenerativen Erkrankungen äußern sich durch Bewegungsstörungen und andere Beeinträchtigungen. Das vom DZNE koordinierte Projekt ist auf drei Jahre angelegt und wird unter dem Dach des „EU Joint Programme – Neurodegenerative Disease Research (JPND)“ mit insgesamt etwa 1,4 Millionen Euro gefördert. Das DZNE erhält davon rund 630.000 Euro, die vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) bereitgestellt werden.

Die so optimierten MRT-Verfahren sollen in einer klinischen Studie in Bonn und an vier weiteren europäischen Standorten zur Anwendung kommen. An diesen Untersuchungen werden Menschen mit einer genetischen Veranlagung für spinozerebelläre Ataxie teilnehmen. Die spinozerebellären Ataxien (SCA) sind eine Gruppe seltener neurologischer Erbkrankheiten, die Gleichgewichtssinn, Bewegungskoordination und Sprache beeinträchtigen. Bei Betroffenen treten Hirnveränderungen auf, die vorwiegend im Kleinhirn und Hirnstamm zu finden sind. Wirksame Therapien gibt es bislang nicht.

„Mehrere Behandlungsstudien gegen verschiedene Arten von SCA sind in Vorbereitung“, sagt Prof. Thomas Klockgether, Direktor der Klinischen Forschung am DZNE, der das klinische Arbeitspaket von SCAIFIELD leitet. „Es besteht daher ein dringender Bedarf an hochsensitiven Biomarkern, die subtile Veränderungen des Gehirns erkennen und Behandlungseffekte messen. Mit SCAIFIELD wollen wir neue bildgebende Biomarker identifizieren, die Frühzeichen und Krankheitsverlauf erfassen und als Messparameter für künftige therapeutische und präventive Studien bei SCA dienen können. Auch die klinische Forschung zu anderen Hirnerkrankungen könnte von den Methoden profitieren, die aus diesem Projekt hervorgehen.“

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Quellen-URL (abgerufen am 27.07.2021 - 06:46): http://www.neuromedizin.de/Neuro-Radiologie/Optimierung-der-Steuerung-von-MRT-Scannern--um-feinere-Detai.htm
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