Neue Studie zu MRT-Bildgebungsmerkmalen von Aderhautmelanomen mit histopathologischer Validierung
Wissenschaftler des Department of Radiology, Leiden University Medical Center in Leiden, Niederlanden, haben in einer Studie die Charakteristika der MRT-Bildgebung des malignen uvealen Melanoms (UM) untersucht und diese mit den Ergebnissen der Funduskopie sowie der Sonographie verglichen und dann versucht, dieses mit der Histopathologie zu beurteilen. Im Einzelnen verglichen die Forscher die MRT-Aufnahmen von 42 Patienten mit einem UM mit den dazugehörigen Funduskopien bzw. Sonographien und untersuchten 14 enukleierte Fälle histopathologisch. Die Auswertung des gesammelten Datenmaterials ergab, dass es einen signifikanten Zusammenhang zwischen der Signalintensität in den T1-gewichteten Aufnahmen und der Pigmentierung in der Histopathologie gab. Darüber hinaus waren die T1-hyperintensen UMs histopathologisch immer mäßig oder stark pigmentiert, während die T1-hypointensen UM entweder pigmentiert oder nicht-pigmentiert waren. Der mittlere scheinbare Diffusionskoeffizient (ADC= apparent diffusion coefficient) des UM lag bei 1.16 ± 0.26 × 10-3 mm2/s. Zwei Drittel der UMs wiesen ein Wash-out-Phänomen und die übrigen ein Plateau der Zeit-Intensitäts-Kurven-(TIC)-Perfusion auf. Die MRT wurde allerdings bei der Evaluierung des basalen Durchmessers von flachen Tumoren in seiner Aussagekraft limitiert. Die Sonographie zeigte tendenziell eine größere Tumor-Prominenz (0,5 mm größer, p=0.008) und den größten basalen Durchmesser (1,4 mm größer, p<0.001). Außerdem zeigte sich, dass die MRT sehr gut dazu geeignet war, eine Beteiligung des Ziliarkörpers, eine extrasklerale Ausbreitung und einen Befall des Nervus opticus zu diagnostizieren. Ihre Aussagekraft bezüglich des Nachweises eines Befalls der Sklera war hingegen begrenzt. Insgesamt war eine Zunahme der Tumor-Prominenz mit niedrigeren ADC-Werten assoziiert und begünstigte eine Wash-out TIC. Eine Zunahme des Tumor-ADC schließlich korrelierte mit einem TIC-Plateau. Die MRT-Merkmale von Aderhautmelanomen zu kennen, ist wichtig, um die Diagnose des Tumors zu sichern und um das uveale Melanom von anderen intraokulären Veränderungen zu unterscheiden, so die Autoren. Auch könne dies zu einer besseren Therapieplanung beitragen. Den Experten zufolge ist die Magnetresonanztomographie eine gute Technik, um UMs zu beurteilen, und besitzt nur in Fällen von flachen Tumoren oder zur Identifizierung einer skleralen Invasion eine begrenzte Aussagekraft.
(drs)
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Quellen-URL (abgerufen am 19.01.2022 - 18:45): http://www.neuromedizin.de/Neuro-Radiologie/Neue-Studie-zu-MRT-Bildgebungsmerkmalen-von-Aderhautmelanome.htm
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