Innovative Implantate sind eine neue Behandlungsoption bei Hämorrhagischem Schlaganfall- Spezielle Stents bereits 70 Mal erfolgreich einsetzt

Seit kurzem bieten neue innovative Implantate (Stens) auch für Aneurysmen - dieser sehr kleinen Gefäße - Hoffnung auf einen schonenden und erfolgreichen Eingriff. Neuroradiologen am Universitätsklinikum Leipzig (UKL) haben mit dieser neuen Behandlungsoption spezielle Stents bereits 70 Mal erfolgreich einsetzen können. Damit verfügen die Leipziger aktuell über die weltweit größte Erfahrung bei diesem hochspezialisierten Verfahren.

Neue Behandlungsoption

BU: Die UKL-Neuroradiologen um Prof. Karl-Titus Hoffmann, (r.) und Dr. Ulf Quäschling sind Experten für die Behandlung auch komplizierter Hirnaneurysmen.

Foto: © UKL

Innovative Implantate helfen

Seit einiger Zeit gibt es nun innovative Implantate, die bei solchen Fällen zum Einsatz kommen können. Die sogenannten Mini-Flow-Diverter sind kleine, besonders eng gewebte metallische Gefäßstrümpfe, die in das geschädigte Gefäß eingeführt werden. Das erfolgt mittels Katheter über einen kleinen Schnitt in der Leiste. Diese Art von Eingriffen gehört in der Neuroradiologie am UKL zum Alltag, weit mehr als 200 solcher Interventionen hat das Team um Prof. Hoffmann und Oberarzt Dr. Quäschling bereits ausgeführt. „Das ist insgesamt eine neue Qualität in der Behandlung von Aneurysmen, die damit nachhaltig ausgeschaltet werden können“, erläutert Quäschling. ' Bei der Aneurysmenbehandlung wollen die Neuroradiologen dem Schlaganfall infolge einer Blutung zuvor kommen. Das gelingt mit dem Stent, der sich im Gefäß entfaltet und den Blutfluss so lenkt, dass notwendige Gefäße weiter versorgt werden, die gefährliche Aussackung aber verödet. Die neuesten Stents sind dabei so klein, dass sie auch bei tiefliegenden Aneurysmen und unübersichtlichen Gefäßen angewandt werden können. Die Leipziger behandeln damit inzwischen viele Patienten, denen an anderen Kliniken keine Hoffnung mehr gemacht wurde.

Erste Erfahrungen veröffentlicht

Diese Erfahrungen, mit denen sie aktuell weltweit führend sind, haben die UKL-Neuroradiologen vor Kurzem im „Journal of Neurointerventional Surgery“ veröffentlicht, damals noch am Beispiel der ersten 25 Patienten. Ihr Fazit fast 50 solcher Eingriffe später: Auch bei kleinen Aneurysmen, für die bisher die Empfehlung galt, nicht zu operieren, ist ein Eingriff eine erfolgversprechende Option. „Aktuelle Studien zeigen, dass auch diese Aneurysmen reißen und zu Blutungen führen können, was mit unseren Erfahrungen übereinstimmt“, sagt Prof. Hoffmann. Dann sei es aber oft zu spät, denn im Notfall überleben nur wenig mehr als zwei Drittel der Patienten, ungefähr ein Drittel mit langfristig erheblichen Beeinträchtigungen. „Wir können mit den neuen Möglichkeiten viele Notfälle verhindern“, ist der Leiter der UKL-Abteilung für Neuroradiologie überzeugt. „Für statistisch relevante Belege, dass die Zahl der Blutungen aufgrund eingerissener Hirnaneurysmen abnimmt, ist es aber noch zu früh, auch wenn es uns derzeit bei gleichzeitig deutlich steigender Anzahl von behandelten Aneurysmen so erscheint“, meint Hoffmann. Wichtig ist ihm, den Betroffenen Mut zu machen: „Auch bei scheinbar sehr komplizierten Fällen gibt es die Chance einer Behandlung, gerade auch dann, wenn es um Aneurysmen geht, die weder mit den herkömmlichen Katheterverfahren noch mit einer offenen Operation sinnvoll behandelt werden können“, so der Experte.

Originalpublikation: Journal of Neurointerventional Surgery

Flow diversion beyond the circle of Willis: endovascular aneurysm treatment in peripheral cerebral arteries employing a novel low-profile flow diverting stent.

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Quellen-URL (abgerufen am 19.09.2019 - 20:49): http://www.neuromedizin.de/Neuro-Radiologie/Innovative-Implantate-sind-eine-neue-Behandlungsoption-bei-H.htm
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