Aneurysma: Weltweit erster erfolgreicher nicht-invasiver Eingriff durch Robotik

Ein kanadisches Ärzteteam des Krembil Brain Institute beim Toronto Western Hospital gelang es weltweit als Erste, eine roboterunterstützte Gehirnoperation an einem lebenden Patienten durchzuführen und haben damit ein neues System getestet, mit dem sie ihrer Meinung nach in naher Zukunft Schlaganfall- und Aneurysma-Patienten aus der Ferne operieren können.

Weltweit als Erste

"Dieser Roboterarm kann einen Katheter mit hoher Präzision durch das menschliche Gehirn steuern. Bei der nicht-invasiven OP konnten die Ärzte das Aneurysma, also die Erweiterung einer Arterie im Gehirn einer Patientin, erfolgreich behandeln. „Das von Corindus, einem Unternehmen der Siemens Healthineers AG, entwickelte System kann verwendet werden, den Blutfluss zu schwachen Stellen an Hirngefäßen oder Aneurysmen zu blockieren, um eine Blutung zu verhindern“, sagte Timo Krings, ein Neurochirurg und Neuroradiologe am Krembil Brain Institute. Es kann auch verwendet werden, um Blockaden zu beseitigen, die an einem Schlaganfall beteiligt sind, sagte er weiter.

Aus dem Leistenbereich zum Gehirnareal

Bei der OP haben die Ärzte einen kleinen Einschnitt im Leistenbereich der Patientin vorgenommen. Durch diesen bewegte sich der Roboterarm mit dem Katheter ferngesteuert bis zum Gehirn. Dort angekommen, setzte der Roboterarm ein Netz aus metallischen Spiralen ein, um das Aneurysma vom Rest des Gehirns zu isolieren. Dank der Unterstützung von Echtzeit-Röntgenaufnahmen konnten die Ärzte extrem präzise vorgehen.

Der Roboterarm kann nicht nur bei Aneurysmen eingesetzt werden, so die Experten, sondern auch bei ischämischen Schlaganfällen, die auch die Blutzufuhr zum Gehirn blockieren. Da der Eingriff nicht-invasiv ist und keine Öffnung des Schädels erfordert, soll die Genesung des Patienten deutlich schneller als bei gewöhnlichen Prozeduren möglich sein. Den Ärzten zufolge kann es sogar möglich sein, die Patienten noch am Tag der OP wieder nach Hause zu schicken.

Roboterarm hat auch Zukunft in abgelegenen Krankenhäuseren

"Ich kann nicht glauben, wie viel Glück ich habe. Ich bin der lebende Beweis, dass solche Eingriffe mit Robotik möglich sind", so die Patientin gegenüber dem Toronto Western Hospital. Die Ärzte wollen den Roboterarm in Zukunft vor allem in abgelegenen Krankenhäusern in Kanada installieren, die keine Experten für solche Eingriffe haben und die zu weit entfernt von anderen medizinischen Einrichtungen liegen.

(pte/map)
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Quellen-URL (abgerufen am 16.12.2019 - 05:20): http://www.neuromedizin.de/Neuro-Radiologie/Aneurysma--Weltweit-erster-erfolgreicher-nicht-invasiver-Ein.htm
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