Diffuses intrinsisches Ponsgliom: Keine verbesserte Überlebenswahrscheinlichkeit durch hypofraktionierte Radiotherapie plus Temozolomid-Behandlung
Eine hypofraktionierte Radiotherapie in Kombination mit einer gleichzeitigen und adjuvanten Behandlung mit dem Zytostatikum Temozolomid führt zu keiner verbesserten Überlebenswahrscheinlichkeit von Patienten mit einem diffusen intrinsischen Ponsgliom (DIPG = Diffuse intrinsic pontine glioma) und hat zudem eine hohe hämatologische Toxizität. Dies ist das Ergebnis einer randomisierten Open-label-Phase II-Studie von Wissenschaftlern des Department of Radiation Oncology, All India Institute of Medical Sciences in New Delhi, Indien, in der untersucht wurde, ob die hypofraktionierte Radiotherapie, die innerhalb von weniger als 3 Wochen zusammen mit einer Temozolomid-Behandlung durchgeführt wird, das Überleben von DIPG-Patienten verbessern kann. Teilnehmer der Studie waren 35 Patienten mit einem neu diagnostizierten DIPG, die in zwei Gruppen eingeteilt wurden. Die Patienten der Gruppe A erhielten über einen Zeitraum von 6 Wochen eine konventionelle fraktionierte Radiotherapie mit 60 Gy in 30 Fraktionen, die Personen der Gruppe B über einen Zeitraum von 2,6 Wochen eine hypofraktionierte Radiotherapie (39 Gy in 13 Fraktionen) mit einer zeitgleichen Temozolomid (TMZ)-Gabe in einer Dosierung von 75 mg/m2 von Tag 1 bis Tag 17, gefolgt von einer adjuvanten TMZ-Therapie über 6 Zyklen. Die Daten von 33 der 35 Patienten kamen zur Auswertung. Es zeigte sich, dass 93 % der Patienten aus Gruppe A (n=14), aber nur 17 % der Kinder der Gruppe B (n=3) die Therapie wie geplant zu Ende führen konnten. Die durchschnittliche Überlebensdauer der Patienten mit der konventionellen fraktionierten Radiotherapie lag bei 11 Monaten (95% CI – 7,5 bis 14,5 Monate) und die der Gruppe B bei 12 Monaten (95% CI – 10,5 bis 13,5 Monaten). 28 % der Studienteilnehmer der Gruppe mit der hypofraktionierten Radiotherapie plus Temozolomid entwickelten schwere Nebenwirkungen im Sinne einer hämatologischen Toxizität Grad 3 oder 4. Diese Studienergebnisse zeigen, dass eine hypofraktionierte Radiotherapie in Kombination mit einer gleichzeitigen und adjuvanten Behandlung mit Temozolomid zu keiner verbesserten Überlebenswahrscheinlichkeit von Patienten mit einem diffusen intrinsischen Ponsgliom führt und zudem das Risiko für eine hämatologische Toxizität deutlich erhöht, so die Autoren. Eine konventionelle Radiotherapie ist den Wissenschaftlern zufolge weiterhin der Standard der Behandlung von DIPG-Patienten.
(drs)
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Quellen-URL (abgerufen am 10.07.2020 - 02:49): http://www.neuromedizin.de/Neuro-Onkologie/Diffuses-intrinsisches-Ponsgliom--Keine-verbesserte-Ueberleb.htm
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