Gibt es Prädiktoren für das Outcome einer fokussierten Ultraschall-Thalamotomie bei essentiellem Tremor?
Die Magnetresonanz-gesteuerte fokussierte Ultraschall-Thalamotomie (FUS-T) ist eine notfallmäßige Therapieoption zur Behandlung des essentiellen Tremors. Wissenschaftler der Ohio State University in Columbus, Ohio und weiterer klinischer und wissenschaftlicher Einrichtungen in den USA, Kanada, Südkorea, Japan, Spanien und Großbritannien haben vor Kurzem im Rahmen einer Studie genauer untersucht, ob es Prädiktoren für den therapeutischen Erfolg der FUS-T bei Patienten mit einem essentiellen Tremor gibt. Die Forscher analysierten hierzu die Daten von zwei Behandlungsgruppen. Bei den Patienten der Gruppe 1 handelte es sich um 75 Personen mit einem essentiellen Tremor aus der klinischen Zulassungsstudie im Zeitraum zwischen 2013 und 2015, bei den Patienten der Gruppe 2 um 114 Personen mit einem essentiellen Tremor aus Studien nach der Zulassungsstudie im Zeitraum zwischen 2015 und 2016. Alle Probanden litten unter einem pharmakoresistenten essentiellen Tremor und unterzogen sich einer unilateralen FUS-T. Vor dem Eingriff sowie nach 1, 3, 6 und 12 Monaten ermittelten die Wissenschaftler das primäre Outcome (Hand-Tremor auf einer 32-Punkte-Skala mit Hinweis auf eine Verschlechterung des Tremors bei höheren Scores) und die sekundären Outcome-Variablen (Clinical Rating Scale for Tremor Part C Score auf einer 32-Punkte-Skala mit Hinweis auf eine verstärkte Beeinträchtigung bei höheren Scores). Operative Outcome-Variablen, wie die Spitzentemperatur und die Anzahl der Ultraschallbehandlungen, wurden außerdem analysiert. Insgesamt 179 Patienten vollendeten die 12-monatige Evaluation. Es zeigte sich, dass das Patientenalter, die Erkrankungsdauer, die Spitzentemperatur und die Anzahl der Ultraschallbehandlungen signifikante Prädiktoren für das Tremor-Resultat waren. Dabei war in Gruppe 2 zu allen Untersuchungszeitpunkten eine ausgeprägtere Verbesserung des Hand-Tremors zu beobachten als in Gruppe 1. Weitere Untersuchungen ergaben, dass in Gruppe 2 insgesamt eine höhere Energie bei der Behandlung verwendet wurde, welches zu höheren Spitzentemperaturen führte. Nach Adjustierung für das Lebensalter, die Jahre der Erkrankungsdauer, die Anzahl an Ultraschallbehandlungen und die Maximaltemperatur zeigte sich schließlich, dass die Therapiegruppe selbst ein signifikanter Prädiktor für das Outcome war. Die Forscher konnten demnach im Vergleich zu Patienten aus der Zulassungsstudie eine ausgeprägtere Verbesserung in puncto Outcome der FUS-T bei Patienten aus Studien nach der Zulassungsstudie beobachten, welches möglicherweise ein Zeichen für eine gute Lernkurve mit der FUS-T ist. Weitere Assoziationen des Tremor-Outcomes beinhalten das Lebensalter der Patienten, die Erkrankungsdauer, die Spitzentemperstur und die Anzahl der Ultraschallbehandlungen, so die Autoren.
(drs)
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Quellen-URL (abgerufen am 24.09.2020 - 22:48): http://www.neuromedizin.de/Neuro-Chirurgie/Gibt-es-Praediktoren-fuer-das-Outcome-einer-fokussierten-Ult.htm
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