Neues Antiepileptikum - Studie zeigt Wirksamkeit von Cenobamate bei Patienten mit unkontrollierter fokal beginnender Epilepsie

Nahezu 40 % der erwachsenen Patienten mit fokaler Epilepsie von schätzungsweise 6 Millionen an Epilepsie erkrankten Menschen in Europa weisen oft eine unzureichende Anfallskontrolle nach einer Behandlung mit Antiepileptika auf. Die Ergebnisse einer jetzt publizierten, entscheidenden, Schlüsselstudie zeigen, dass eine Behandlung mit Cenobamate, einem Antiepileptikum-Prüfpräparat die fokal auftretende Anfallshäufigkeit erheblich reduzieren kann. Das Präparat soll repetitive neuronale Feuerungsraten durch die Hemmung von spannungsabhängigen Natriumströmen reduzieren und als positiver allosterischer Modulator des GABAA_Ionenkanals wirken.

Cenobamate (Xcopri®) erhielt FDA-Zulassung für die Vereinigten Staaten

Das Antiepileptikum-Zulassungspräparat Cenobamate wurde von der US-amerikanischen Arzneimittelbehörde (Food and Drug Administration, FDA) geprüft und hat am 21.11.2019 die FDA-Zulassung für die Vereinigten Staaten erhalten.

Die Ergebnisse der multizentischen, doppelblinden, randomisierten, Placebo-kontrollierten Dosis-Wirkungs-Studie zur Bewertung der Sicherheit und Wirksamkeit von Cenobamate (Xcopri®) als Begleittherapie bei Erwachsenen (18 bis 70 Jahre) mit unkontrollierter fokaler Behandlung trotz Behandlung mit 1 bis 3 Antiepileptika wurden in der Fachzeitschrift „The Lancet Neurology“ veröffentlicht. Die klinische Studie ist bei ClinicalTrials.gov unter der Nummer NCT01866111 registriert.

Meilenstein bei der Entwicklung von Epilepsie-Therapien für erwachsene Patienten mit fokal beginnenden Anfällen

Dr. med. Christian Brandt,  Leiter der Abteilung für allgemeine Epileptologie am Epilepsie-Zentrums Bethel in Deutschland, und Mitautor der Studie erklärte dazu „Diese Zulassungsstudie stellt einen entscheidenden Meilenstein bei der Entwicklung von Epilepsie-Therapien für erwachsene Patienten mit fokal beginnenden Anfällen dar. Sowohl die Studienergebnisse als auch unsere eigenen Erfahrungen während der klinischen Studien legen nahe, dass Cenobamate eine wichtige Rolle bei der Überwindung der permanenten Belastung einer signifikanten Anzahl von Patienten spielen kann, die trotz der Nutzung von verfügbaren Therapien Anfälle haben. Diese Ergebnisse sind für viele Patienten mit unkontrollierter fokaler Epilepsie sehr ermutigend“.

Das neue Antiepileptikum

Cenobamate (YKP3089) wurde von SK Biopharmaceuticals und SK Life Science entdeckt und wird für die potenzielle Behandlung von partiellen beginnenden Anfällen bei erwachsenen Patienten erforscht. SK life science, ansässig in Paramus, New Jersey, führt die klinische Entwicklung und Vermarktung in den Vereinigten Staaten durch. Nach einer Unternehmenserklärung von SK Life Science, wird das Medikament voraussichtlich im zweiten Quartal 2020 in den Vereinigten Staaten erhältlich sein. In Europa ist das Biopharmazieunternehmen Arvelle Therapeutics GmbH mit Hauptsitz in Zug, Schweiz, verantwortlich für die Entwicklung und Vermarktung von Cenobamate in Europa, das auf die Bereitstellung von innovativen Lösungen für Patienten mit ZNS-Erkrankungen spezialisiert ist.

Quellen: Arvelle Theapeutics GmbH, Zug, Schweiz, Red. NM

(bd/map)
Zurück zur Startseite
MFA-Heute
Weitere Newsmeldungen
    • Neues Ultra-miniaturisiertes Mikroendoskop produziert extrem scharfe Gehirn-Bilder
      Neuroendoskopische Operationsverfahren werden am Ventrikelsystem, bei der Versorgung von Aneurysmen nach Hirnblutung, der Schädelbasis und bei Hypophysentumoren und im Bereich des Hirnstammes und der Hirnnerven eingesetzt. Die heute eingesetzten Geräte haben einen Durchmesser von einem halben Millim...
      Mehr
    • Neuromyelitis optica - Neue Behandlungsoption mit neuem Präparat
      Ein internationales Forschungskonsortium hat das Medikament Satralizumab erstmals in einer Phase-III-Studie an Patienten getestet. Der Wirkstoff ist zur Therapie der Autoimmunkrankheit Neuromyelitis optica gedacht, die mit der Multiplen Sklerose verwandt ist, aber deutlich seltener auftritt. Bei Pat...
      Mehr
    • Italienische Forscher spüren Molekül zur möglichen Therapierung von Alzheimer auf
      Italienische Wissenschaftler einer multidisplinären Forschergruppe haben womöglich ein Molekül zur Bekämpfung der Alzheimer-Krankheit entdeckt. Mithilfe des Antikörpers A13 lässt sich laut den Forschenden zufolge die Ausbreitung der gefürchteten neurodegenerativen Krankheit laut den Studienteam in d...
      Mehr
    • Aneurysma: Weltweit erster erfolgreicher nicht-invasiver Eingriff durch Robotik
      Ein kanadisches Ärzteteam des Krembil Brain Institute beim Toronto Western Hospital gelang es weltweit als Erste, eine roboterunterstützte Gehirnoperation an einem lebenden Patienten durchzuführen und haben damit ein neues System getestet, mit dem sie ihrer Meinung nach in naher Zukunft Schlaganfall...
      Mehr
    • Unerforschter Alzheimer: Neue genetische Variation im Segment des Gens Mucin 6 Risiko-Gen gefunden
      Bei der spät einsetzenden Alzheimer-Erkrankung, die auch am häufigsten verbreitet ist, handelt es sich um eine schwer bedrohende neurologische Erkrankung, bei der große Bereiche des vererblichen Risikos bis heute trotz umfangreicher wissenschaftlicher Anstrengungen noch nicht erforscht sind. Nun hab...
      Mehr
    • Fehlt Nervenzellen das Protein Ankycorbin hat dies dramatische Auswirkungen
      Forscher des Instituts für Biochemie I am Universitätsklinikum Jena haben bei ihren Analysen des Proteins Ankycorbin, das unter anderem in Nervenzellen vorkommt, speziell die Ankyrin repeats ins Visier genommen und untersuchten deren biochemische und zellbiologische Funktionen. Dabei konnten sie ei...
      Mehr
    • Temporallappen-Epilepsie: Gezielte Gentherapie kann zu langanhaltender Anfallsfreiheit führen
      Einen grundlegend neuen Ansatz zur Behandlung von therapieresistenten Temporallappen-Epilepsie (TLE)-Betroffenen hat Prof. Dr. Regine Heilbronn, Direktorin des Instituts für Virologie am Charité Campus Benjamin Franklin, in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Christoph Schwarzer vom Institut für Pharmakolo...
      Mehr
    • Fortschritte in der Neurogenetik
      Alle durch Genmutationen bedingte Erkrankungen haben gemeinsam, dass Mutationen in der DNA jeder Körperzelle zur Bildung fehlerhafter Eiweiße (Proteine) führen. Defekte Proteine bedingen dann gestörte Funktionen und die Krankheitssymptome. Insbesondere bei neurodegenerativen Erkrankungen wie der Par...
      Mehr
Zum Archiv

Quellen-URL (abgerufen am 16.12.2019 - 06:24): http://www.neuromedizin.de/Forschung/Neues-Antiepileptikum---Studie-zeigt-Wirksamkeit-von-Cenobam.htm
Copyright © 2014 | http://www.neuromedizin.de ist ein Dienst der MedienCompany GmbH. | Medizin-Medienverlag | Amselweg 2, 83229 Aschau i. Chiemgau | Geschäftsführer: Beate Döring | Amtsgericht Traunstein | HRB 19711 | USt-IdNr.: DE 223237239