Assoziation zwischen chronischem Isolationsstress und verstärkter Darmsymptomatik im tierexperimentellen Modell eines Morbus Parkinson
Eine Forschergruppe der University of Melbourne, Australien, hat kürzlich in einer tierexperimentellen Studie an einem A53T-Mausmodell des Morbus Parkinson untersucht, ob chronischer Stress zu einer Exazerbation einer gastrointestinalen Dysfunktion führt und ob dies möglicherweise in Zusammenhang mit Veränderungen der α-Synuclein-Verteilung steht. Hierzu setzten die Wissenschaftler Wildtyp (WT)-Mäuse und A53T-Mäuse (Alter 5-15 Monate) durch Einzelkäfighaltung einem chronischen Isolationsstress aus und verglichen die motorischen und gastrointestinalen Funktionen dieser Tiere mit denen von Mäusen, die in Gruppen gehalten wurden. Die Analysen ergaben, dass der chronische Isolationsstress in dem A53T-Mausmodell des Morbus Parkinson sowohl zu erhöhten Corticosteron-Spiegeln im Plasma und zu einer Exazerbation der Darm-Propulsionen sowie des gesamten gastrointestinalen Transits führte, als auch eine Zunahme der motorischen Defizite nach sich zog. Die Untersuchungsergebnisse zeigten allerdings auch, dass die neue Umgebungs-induzierte Defäkationsantwort, eine gängige Methode zur Untersuchung der kolorektalen Funktion, nicht dazu geeignet war, um eine Exazerbation einer gastrointestinalen Dysfunktion zu messen und höchstwahrscheinlich auf ein zu beobachtendes reduziertes Angstlevel bei den A53T-Mäüsen zurückzuführen war, so die Forscher. Die A53T-Mäuse wiesen geringere Corticosteron-Spiegel als die WT-Mäuse unter beiden Haltungsbedingungen auf, eine Einzelhaltung führte für beide Genotypen allerdings zu einem Spiegelanstieg. Die weiteren Untersuchungen ergaben dann, dass bei alternden A53T-Mäusen eine enterische Neuropathie zu beobachten war und die A53T-Mäuse unter beiden Haltungsbedingungen eine stärkere α-Synuclein-Akkumulation in den myenterischen Ganglien hatten. Chronischer Isolationsstress ist offenbar mit einer Parkinson-assoziierten gastrointestinalen Dysfunktion und zusätzlich mit einer Zunahme motorischer Defizite assoziiert, so die Studienautoren. Die Forscher merken aber an, dass die Veränderungen der gastrointestinalen Symptome nicht direkt mit den Corticosteron-Spiegeln, einer sich verschlechternden enterischen Neuropathie oder einer enterischen α-Synuclein-Akkumulation in Zusammenhang stehen.
(drs)
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Quellen-URL (abgerufen am 30.10.2020 - 18:07): http://www.neuromedizin.de/Weiteres/Assoziation-zwischen-chronischem-Isolationsstress-und-versta.htm
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