Epilepsie: Höhere Erfolgschancen bei OP durch neues Verfahren?
Weltweit leiden mehr als 50 Millionen Menschen unter Epilepsien. Bei ca. einem Drittel der Patienten ist eine medikamentöse Therapie wirkungslos. Dies betrifft vor allem Epilepsien, die ihren Ursprung im Hippocampus (Schläfenlappen) haben. Hier hilft dann oft nur eine chirurgische Entfernung des Anfallsherdes. Ob eine Operation tatsächlich zum Erfolg führt, lässt sich allerdings schwer vorhersehen. Eine neue Methode könnte bessere Prognosen liefern. Ein internationales Forscherteam unter Beteiligung der Uniklinik für Epileptologie in Bonn hat mit Hilfe der Diffusions Tensor Bildgebung (DTI) zwei Gehirnregionen entschlüsselt, anhand derer sich die Erfolgsaussichten einer Operation genauer als bisher vorhersagen lässt. In einer wissenschaftlichen Studie wurde mittels DTI und mit Hilfe der Magnetresonanztomographie (MRT) die Diffusionsbewegung von Wassermolekülen in Nervenfasern des Gehirns gemessen. Die Wissenschaftler untersuchten hierzu 43 Patienten mit Schläfenlappenepilepsie vor und nach der Operation. Das Augenmerk lag dabei auf den Nervenfaserverbindungen im Schläfenlappen. Die Experten konnten anhand der Ergebnisse in mehr als 80 Prozent der Fälle vor der Operation einschätzen, ob der Eingriff Besserung bringt oder nicht. "Auch wenn diese Untersuchung erste vielversprechende Resultate zeigt, ist der Einsatz in der klinischen Routine noch weiter entfernt", sagt Prof. Dr. Bernd Weber von der Bonner Uniklinik für Epileptologie. Die Daten zeigen jedoch das Potential, das bildgebende Verfahren hinsichtlich der Abschätzung von Erfolgsaussichten bei der chirurgischen Behandlung von Temporallappenepilepsien haben. Die Ergebnisse der Studie wurden im renommierten medizinischen Fachjournal „Brain“ veröffentlicht.
(bd)
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Quellen-URL (abgerufen am 16.11.2018 - 17:50): http://www.neuromedizin.de/Therapien/Epilesie--Hoehere-Erfolgschancen-bei-OP-durch-neues-Verfahre.htm
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