Sind Angsterkrankungen ein Risikofaktor für Morbus Alzheimer und vaskuläre Demenz?
Eine Gruppe von Wissenschaftlern der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg vertritt die Ansicht, dass Angsterkrankungen ein Risikofaktor für Morbus Alzheimer und vaskuläre Demenz sind. Im Rahmen einer Metaanalyse durchsuchten die Forscher die Literaturdatenbanken Medline, PsycINFO, CINAHL, Web of Science und ALOIS nach longitudinalen Studien mit einem Follow-up von mindestens 2 Jahren, die bis zum 12. Januar 2018 publiziert wurden und in denen die Eigenschaftsangst (trait anxiety) oder die Zustandssangst (state anxiety) zu Beginn ermittelt wurden. Studien mit Patienten mit einer kognitiven Beeinträchtigung zu Beginn der Untersuchung wurden nicht mit eingeschlossen. Die Auswertung des gesammelten Datenmaterials ergab, dass Angst ein Prädiktor für ein erhöhtes Risiko war, an Morbus Alzheimer und vaskuläre Demenz zu erkranken. Die gepoolte HR (= Hazard Ratio) im Hinblick auf des Alzheimer-Risiko war sogar dann noch signifikant, wenn Studien mit einem kritischen BIAS-Risiko ausgeschlossen wurden. Angsterkrankungen sind ein Risikofaktor für Morbus Alzheimer und vaskuläre Demenz, so das Fazit der Freiburger Wissenschaftler.
(drs)
Zurück zur Startseite
Jubiläumskongress
Weitere Newsmeldungen
    • Hilft THS zuverlässig schwerste, behandlungsresistente Depressionen abzuschwächen?
      Nach Schätzungen von Experten gehen diese davon aus, dass zehn bis 30 Prozent aller Menschen mit wiederkehrender Depression nicht auf zugelassene Therapien ansprechen. Für einige dieser Menschen könnte künftig die Tiefe Hirnstimulation (THS) eine vielversprechende Therapieoption sein. Dies zeigen ...
      Mehr
    • Schizophrenie: Hilft die Optische Kohärenztomographie bei der Diagnostik?
      Aufgrund der vielfältigen Symptome kann die Diagnose psychischer Erkrankungen, wie Schizophrenie, selbst für erfahrene Psychiater eine Herausforderung sein, da sich die Schizophrenie und ihre Unterformen oft nur schwer von anderen Krankheiten abgrenzen lassen. Ein Forscherteam um den Ulmer Psychiate...
      Mehr
    • Unipolare Depressionen: Welchen Einfluss haben nicht-medikamentöse Maßnahmen bei der Therapie?
      Menschen mit Depressionen sind noch immer stigmatisiert, obwohl in Deutschland immerhin rund ein Zehntel der Bevölkerung daran erkrankt ist, es sich also keineswegs um ein seltenes Phänomen handelt. Häufig scheuen sich Betroffene auch deshalb, Hilfsangebote wie etwa Psychotherapie in Anspruch zu neh...
      Mehr
    • Shire erhält mit Elvanse Adult® die Erstlinien-Zulassung für die ADHS-Therapie bei Erwachsenen
      Die Shire Deutschland GmbH (Takeda Group) erhält mit Elvanse Adult® (Lisdexamfetamin), das erste und einzige Prodrug-Stimulanz in der ADHS-Therapie, die Zulassung für die Behandlung von erwachsenen Patienten. Elvanse Adult® wird im Rahmen einer therapeutischen Gesamtstrategie zur ADHS-Be...
      Mehr
    • Neue S3-Behandlungsleitlinie Schizophrenie erschienen
      Mit der neuen S3-Behandlungsleitlinie Schizophrenie hat die DGPPN eine methodisch und inhaltlich umfassende Überarbeitung der deutschen Schizophrenie-Leitlinie herausgegeben. Die vorliegende Aktualisierung ist das Ergebnis eines umfangreichen Revisionsprozesses, der unter Beteiligung weiterer Organi...
      Mehr
    • Neue App soll Risiko für Therapieabbruch senken
      Patientinnen und Patienten, die psychotherapeutisch behandelt werden, leiden oft unter so einem starken Druck, dass sie die Therapie beenden wollen. Forscher und Absolventen der Hochschule Darmstadt (h_da) haben unter Leitung von Prof. Dr. Bernhard Humm vom Fachbereich Informatik der h_da eine App e...
      Mehr
    • Ist orales Ketamin eine Therapieoption für ambulanten Patienten mit einer pharmakoresistenten Depression?
      Eine wiederholte Verabreichung von oralem Ketamin führt bei ambulanten Patienten mit einer pharmakoresistenten Depression offenbar zu einer schnellen und anhaltenden Verbesserung der depressiven Symptome. Hierauf deuten die Ergebnisse einer randomisierten, doppelblinden, placebokontrollierten Machba...
      Mehr
    • US-Studie: Nicht-invasive Stimulation lindert Schizophrenie-Symptome
      Es gibt aktuell zwar antipsychotische Medikamente gegen Symptome wie Halluzinationen oder Wahnvorstellungen. Für diese sogenannten negativen Symptome gibt es jedoch noch keine Therapie. Sie führen zu einem Verlust normaler Funktionen, wie der Unfähigkeit, Freude zu empfinden, einem Mangel an Motivat...
      Mehr
Zum Archiv

Quellen-URL (abgerufen am 16.06.2019 - 19:50): http://www.neuromedizin.de/Psychiatrie/Sind-Angsterkrankungen-ein-Risikofaktor-fuer-Morbus-Alzheime.htm
Copyright © 2014 | http://www.neuromedizin.de ist ein Dienst der MedienCompany GmbH. | Medizin-Medienverlag | Amselweg 2, 83229 Aschau i. Chiemgau | Geschäftsführer: Beate Döring | Amtsgericht Traunstein | HRB 19711 | USt-IdNr.: DE 223237239