Supplementierung mit Methylgruppen-gebenden Vitaminen erhöht 3-0-Methyldopa-Konzentrationen bei Parkinson-Patienten unter L-Dopa-Therapie
Bei Parkinson-Patienten kann eine langjährige Therapie mit Levodopa (L-Dopa) mit einem Anstieg des Homocystein-Spiegels einhergehen. In verschiedenen wissenschaftlichen Untersuchungen konnte gezeigt werden, dass etwa ein Drittel aller Parkinson-Patienten erhöhte Homocystein-Spiegel im Blut aufweisen. Die Aminosäure Homocystein, die im menschlichen Organismus als Folge einer Sauerstoff-Methylierung aus der Aminosäure Methionin entsteht, ist jedoch ein bekannter Risikofaktor für die Entstehung einer Arteriosklerose und hat darüber hinaus, wie vermutet wird, auch eine neurotoxische Wirkung. Wissenschaftler der Abteilung für Neurologie, St. Joseph-Krankenhaus Berlin-Weißensee GmbH, der Ruhr-Universität-Bochum und der Charité-Universitätsmedizin Berlin haben nun in einer vor Kurzem veröffentlichten Studie zeigen können, dass eine Supplementierung mit Methylgruppen-gebenden Vitaminen bei Patienten mit Morbus Parkinson zu einem Anstieg der Methylierung von L-Dopa zu 3-O-Methlydopa (3-OMD) führt. Hierzu bestimmten sie bei Parkinson-Patienten, die entweder oral oder über eine duodenale Infusion mit L-Dopa behandelt wurden und zusätzlich einen Vitaminkomplex verabreicht bekamen, die L-Dopa-, 3-OMD- und Homocystein-Plasmakonzentrationen und verglichen diese mit denjenigen von L-Dopa-therapierten Patienten, die keine Vitamine supplementiert bekamen. Die oral behandelten Patienten erhielten zwar insgesamt gesehen deutlich niedrigere L-Dopa-Dosen als die über die Infusion therapierten Studienteilnehmer, dennoch war kein Unterschied in der L-Dopa-, 3-OMD- und Homocystein-Bioverfügbarkeit zwischen beiden Gruppen festzustellen. Die gleichen 3-OMD- und Homocystein-Akkumulationen trotz der höheren Dosierungen bei der Verabreichung via Infusion deuteten den Forschern nach auf eine begrenzte Methylierungskapazität hin. Außerdem zeigte sich, dass es bei den mit L-Dopa behandelten Parkinson-Patienten, die zusätzlich Vitamine erhielten, während der chronischen Vitamingabe zu einem Anstieg der 3-OMD-Plasmakonzentrationen kam, wohingegen bei den anderen untersuchten Parametern keine Änderungen im Vergleich zur Ausgangssituation ohne Vitaminsupplementierung zu beobachten waren. Diese Studienergebnisse weisen darauf hin, dass eine Supplementierung mit Methylgruppen-gebenden Vitaminen zu einer Erhöhung der 3-OMD-Plasmakonzentrationen bei mit L-Dopa behandelten Parkinson-Patienten führt, so die Autoren. Die Experten vermuten, dass die Homocystein-Plasmaspiegel bis zu einem gewissen Grade möglicherweise den Bedarf an Methylgruppen darstellen, während die 3-OMD-Konzentrationen die Methylierungskapazität im Plasma widerspiegeln.
(drs)
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Quellen-URL (abgerufen am 16.12.2019 - 06:13): http://www.neuromedizin.de/Neurologie/Supplementierung-mit-Methylgruppen-gebenden-Vitaminen-erhoeh.htm
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