Sind Frauen im Alter anfälliger an Alzheimer zu erkranken als Männer?

Hierauf deuten die Ergebnisse einer in der Zeitschrift "Progress in Neurobiology" publizierten multidisziplinären Studie von italienischen Wissenschaftlern hin. Als Datengrundlage dienten klinische Untersuchungen, die je nach Geschlecht unterschiedliche kognitive Vorgänge bei der Orientierung in einer neuen Umgebung ergaben. Während Männer eher zur räumlichen Erfassung aus der Vogelperspektive neigten, überwog bei Frauen eine richtungsgesteuerte Wegfindung. Bei den ersteren entscheidend ist die Einbeziehung des Hippocampus, der eine wichtige Rolle bei der Bildung des Langzeitgedächtnisses und der räumlichen Orientierung einnimmt. Beim Route Finding hingegen sind andere Hirnregionen, wie beispielsweise die Fronto-Stratial-Schaltung, gefragt. Dies haben Forscherteams des Istituto di Biochimica e Biologia Cellulare, Rom und des Telethon Institute of Genetics and Medicine (TIGEM), Neapel, festgestellt.

"Schuld daran ist der bei den Frauen während des Klimakteriums einsetzende Östrogenabfall, da dieses Hormon gegen den Zelltod und die Entstehung der gefürchteten Beta-Amyloid-Plaques schützt", sagt Projektleiterin Elvira De Leonibus vom TIGEM. Grund für diese Unterschiede ist, dass männliche Hormone bei der Entwicklung des Gehirns die Neuronenbildung im Hippocampus stärker begünstigen als weibliche. Der während der Menopause fortschreitende Hormonabfall kann zu Störungen im Hippocampus und der Gedächtnistätigkeit führen. "Die im Vergleich zu den Männern geringere Beanspruchung des Hippocampus hat zur Folge, dass dieses Organ stärker den Gefahren des Alterns ausgesetzt ist", meint De Leonibus weiter.

(pte/map)
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Quellen-URL (abgerufen am 30.10.2020 - 17:50): http://www.neuromedizin.de/Neurologie/Sind-Frauen-im-Alter-anfaelliger-an-Alzheimer-zu-erkranken-a.htm
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