Schlaganfall/MRT >Diese Bilder sind einzigartig<

Beim Scan des Gehirns in einem Magnetresonanztomographen (MRT) entstehen zahlreiche zweidimensionale Bilder des Gehirns - es wird praktisch scheibchenweise abgebildet. Ein Computer errechnet daraus ein dreidimensionales Bild. Routinemäßig aufgenommene Bilder sind nicht sonderlich detailliert, weil die einzelnen Scheibchen eine Entfernung von fünf bis sieben Millimeter haben. Bei hochauflösenden Scans beträgt der Abstand nur einen Millimeter. Das erfordert einen fünf- bis siebenmal längeren Aufenthalt im MRT.

Für hochauflösende MRT-Bilder gibt es Auswertungs-Algorithmen, doch die funktionieren bei weniger scharfen Bildern nicht. Forscher und Wissenschaftler am Massachusetts Institute of Technology (MIT) und Ärzte des Massachusetts General Hospital wollten sich damit nicht abfinden. Sie suchten nach einem Weg, die schwach aufgelösten Bilder zu verbessern. Dazu analysierten sie unzählige Scans von Patienten. Daraus entnahmen sie die fehlenden Informationen - sie füllten die fehlenden Bildinformationen aufgrund des relativ großen Scanabstands mit plausiblen Bilddaten, die in vielen Scans identisch sind. MRT-Bilder des Gehirns von Schlaganfallpatienten haben aufgrund der neuen Erkenntnisse künftig eine so hohe Auflösung, dass Ärzte die Ursachen exakt feststellen können.

Einsatz auch bei Morbus Alzheimer und Morbus Parkinson als Ziel

„Die Grundidee bestand darin, ein anatomisch plausibles Bild zu errechnen, das eine so hohe Auflösung hat, dass die Analyse-Algorithmen einsetzbar waren. Diese Bilder sind einzigartig", so MIT-Elektrotechnik-Professorin Polina Golland. So lässt sich beispielsweise das Gehirn rechnerisch vom Umfeld trennen. Die Forscher wollen ihre Bildverbesserungs-Software jetzt an 4.000 Scans von Patienten in zwölf Krankenhäusern anwenden. Damit hoffen sie mehr über die Ursachen der Schlaganfälle herauszufinden. Außerdem wollen sie prüfen, ob diese Technologie auch hilft, andere Erkrankungen des Gehirns wie Alzheimer oder Parkinson besser zu verstehen.

(pte/map)
Zurück zur Startseite
Weitere Newsmeldungen
    • Neue Verknüpfungen von Nervenzellen könnten bei Rückenmarksverletzungen helfen
      Rückenmarksverletzungen führen in der Regel zu dauerhaften Lähmungen sowie Sensibilitätsverlusten und stellen Betroffene sowie das Gesundheitssystem vor große Herausforderungen. In den meisten Fällen handelt es sich bei Rückenmarksverletzungen um sogenannte Kontusionsverletzungen, bei denen durch ei...
      Mehr
    • Wie das Antiepileptikum Valproat die frühe Hirnentwicklung beeinflusst
      Valproat ist ein gängiges Medikament zur Behandlung von Epilepsie und kommt auch bei bipolaren Störungen zum Einsatz. Das erhöhte Risiko für Entwicklungsstörungen des Gehirns bei ungeborenen Kindern durch das Antiepileptikum Valproat ist bekannt. Wegen des bekannten erhöhten Risikos für neurologisc...
      Mehr
    • Menschliches Zellmodell für die Demenzforschung entwickelt
      Neurodegenerative Demenzerkrankungen stellen eine der größten Herausforderungen einer alternden Gesellschaft dar. Besonders häufig treten Erkrankungen wie Alzheimer oder die Frontotemporale Demenz auf, die durch krankhafte Ablagerungen des Tau-Proteins im Gehirn gekennzeichnet sind.
      Mehr
    • Methodische Schwäche bei Cochraine-Analyse zu Beta-Amyloid-Antikörper gegen Alzheimer?
      Nach den Ergebnissen der aktuellen Cochrane-Analyse haben die Beta-Amyloid-Antikörper keinen bedeutsamen klinischen Effekt. Allerdings untersuchten nur zwei der 17 in der Metaanalyse bewerteten Studien die zugelassenen Antikörper Lecanemab und Donanemab. Die anderen 15 Studien betrafen Antikörper,
      Mehr
    • Technologie „MitoCatch“ liefert gesunde Mitchondrien an erkrankte Zellen
      Funktionsstörungen der Mitochondrien liegen vielen bislang unheilbaren Krankheiten zugrunde. Dazu gehören neurodegenerative Krankheiten wie Parkinson, Degeneration des Sehnervs und bestimmte Formen von Herzinsuffizienz. Bisherige Versuche, gesunde Mitochondrien in geschädigte Zellen zu transplantier...
      Mehr
    • Alzheimer: Störungen in Gehirnnetzwerken gezielt beeinflussen
      Gedächtnisverluste bei Alzheimer entstehen nicht ausschließlich durch den Verlust von Nervenzellen. Auch gestörte Abläufe in den Netzwerken des Gehirns spielen eine wichtige Rolle und könnten gezielt beeinflusst werden. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Übersichtsarbeit aus Magdeburg. Die Arbei...
      Mehr
Zum Archiv

Quellen-URL (abgerufen am 10.05.2026 - 17:16): http://www.neuromedizin.de/Neurologie/Schlaganfall-MRT---Diese-Bilder-sind-einzigartig.htm
Copyright © 2014 | http://www.neuromedizin.de ist ein Dienst der MedienCompany GmbH. | Medizin-Medienverlag | Amselweg 2, 83229 Aschau i. Chiemgau | Geschäftsführer: Beate Döring | Amtsgericht Traunstein | HRB 19711 | USt-IdNr.: DE 223237239