SARS-CoV-2 in der Zerebrospinalflüssigkeit?Beobachtungen US-amerikanischer Wissenschaftler
Die Zerebrospinalflüssigkeit von Patienten, bei denen ein COVID-19-Test durch einen Nasen-Rachen-Abstrich positiv ausgefallen ist, kann dennoch frei von SARS-CoV-2-Partikeln sein. Hiervon berichten Wissenschaftler der Thomas Jefferson University, Philadelphia, Pennsylvania, USA, in einem Beitrag des „Journal of Neurology, Neurosurgery, and Psychiatry“. Die Forscher stellen hier 2 Patienten mit einer COVID-19-Infektion und begleitenden neurologischen Symptomen vor, die sich in ihrer stationären Behandlung befanden. Bei dem ersten Patienten handelte es sich um einen 31-jährigen Mann mit COVID-19 bedingten grippeartigen Symptomen, der im Verlauf akute starke Kopfschmerzen entwickelte, das Bewusstsein verlor und bei dem nachfolgend eine subarachnoidale Blutung Grad 3 nach Hunt und Hess, die durch ein rupturiertes Aneurysma verursacht war, diagnostiziert wurde. Der zweite Fall war eine 62-jährige Frau mit COVID-19, die einen ischämischen Schlaganfall mit nachfolgend massiver Hämorrhagie hatte, die wiederum eine dekompressive Hemikraniektomie erforderlich machte. Trotz der gleichzeitig bestehenden neurologischen Symptomatik der COVID-19-Patienten fielen wiederholte SARS-CoV-2-PCR-Testungen in der Zerebrospinalflüssigkeit negativ aus. Diese Fälle zeigen, dass die Zerebrospinalflüssigkeit von Patienten, bei denen ein COVID-19-Test durch einen Nasen-Rachen-Abstrich positiv ausgefallen ist, dennoch frei von SARS-CoV-2-Partikeln sein kann, so die Wissenschaftler. Ob SARS-CoV-2 in der Zerebrospinalflüssigkeit zu finden ist, hänge vom Schweregrad der systemischen Erkrankung und dem Ausmaß des Nervengewebstropimus des Virus ab. Dieses müsse den Experten zufolge in weiteren Studien genauer untersucht werden.
(drs)
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Quellen-URL (abgerufen am 18.01.2021 - 12:15): http://www.neuromedizin.de/Neurologie/SARS-CoV-2-in-der-Zerebrospinalfluessigkeit-.htm
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