Remission mit einer Low-Dose-Valproattherapie bei Juveniler Myoklonischer Epilepsie?
Wissenschaftler des Haydarpaşa Numune Training and Research Hospitals und der Istanbul University Cerrahpasa Faculty of Medicine in Istanbul sind kürzlich im Rahmen einer retrospektiven Querschnittsstudie der Frage nachgegangen, ob es bestimmte Faktoren gibt, die zu einer Anfallskontrolle oder einer Remission bei Patienten mit einer Juvenilen Myoklonischen Epilepsie (JME) führen und wie effektiv in diesem Zusammenhang eine Low-Dose-Therapie mit dem Antiepileptikum Valproinsäure ist. Studienteilnehmer waren 215 JME-Patienten (121 weibliche und 94 männliche) im durchschnittlichen Alter von 28,03 ± 8,43 Jahren. Die Patienten wurden in eine Remissions- und eine Refraktär-Gruppe eingeteilt. Eine Remission definierten die Forscher einen Zustand der Anfallsfreiheit (myoklonische, Anfälle, Absencen und/oder generalisierte tonisch-klonische Anfälle) über einen Zeitraum von mindestens 2 Jahren. Patienten, die in eine Remission kamen, wurden je nach der therapeutischen Valproat-Dosierung ebenfalls in 2 Gruppen eingeteilt, und zwar in einer Low-dose-Therapiegruppe mit ≤ 750 mg/Tag und in einer Gruppe mit einer Dosierung > 750 mg/Tag. Die oben genannten möglichen ausschlaggebenden Faktoren wurden bezüglich des Zusammenhanges zwischen der Valproat-Dosis und den Remissionsparametern untersucht. Die Analysen ergaben, dass in der Remissionsgruppe insgesamt 116 Patienten (87,9 %) die Remission mit einer Valproat-Monotherapie erreichten und die Valproat-Dosis bei 77,6 % der Patienten unter 750 mg/Tag lag. Zudem zeigte sich, dass die Valproat-Dosis bei Studienteilnehmern mit Absencen, die eine Remission erreichten, höher war. Außerdem kam es bei den weiblichen Patienten häufiger zu einer Remission mit einer Low-Dose-Therapie als bei den männlichen. Das Fazit der Studienautoren: Mit einer Low-Dose- Valproat-Therapie kann bei Patienten mit einer JME eine Remission erreicht werden. Nachuntersuchungen der Patienten hinsichtlich möglicher Faktoren, die eine Remission beeinträchtigen könnten, tragen dazu bei, die geplante effektive Dosierung der Valproinsäure gegebenenfalls zu verändern, so die Wissenschaftler.
(drs)
Zurück zur Startseite
Medienkooperation
Ultraschall 2019
Weitere Newsmeldungen
    • Fehlbildungen durch Epilepsiemedikamente in der Schwangerschaft möglich
      Eine möglichst sichere Anfallskontrolle bei schwangeren Frauen, die an einer Epilepsie leiden, ist von besonderer Bedeutung, da epileptische Anfälle zu Stürzen führen können, die Mutter und Kind gefährden. „Eine gute medikamentöse Einstellung ist also wichtig; andererseits sind einige Antiepileptika...
      Mehr
    • Neue Studie zur chronischen Insomnie bei Morbus Parkinson
      Die chronische Insomnie, die ein häufiges Symptom bei Patienten mit Morbus Parkinson ist, hängt mit spezifischen Faktoren, wie inadäquate Schlafgewohnheiten, der REM-Schlaf-Latenz, einer obstruktiven Schlafapnoe (OSA) und der Schlafqualität zusammen. Zu diesem Ergebnis kommen Wissenschaftler der
      Mehr
    • TUM-Wissenschaftler erkennen frühen Schritt der zellulären Störung bei Alzheimer
      In Gehirnen von Alzheimer-Patienten, die schon Symptome zeigen, finden sich große Verklumpungen des Proteins beta-Amyloid, die sogenannten Plaques. Viele therapeutische Ansätze setzen darauf, diese Verklumpungen zu entfernen. Bisher aber ohne weitreichenden Erfolg. Erstmals gelang es
      Mehr
    • EMA: Zulassungsempfehlung für neues Parkinson-Medikament
      Am 25. Juli 2019 verabschiedete der Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) der Europäischen Medizinagentur EMA ein positives Gutachten mit der Empfehlung, die Genehmigung für das Inverkehrbringen des Arzneimittels Inbrija® (Levodopa) zur Behandlung von Ausfallzeiten bei der Parkinson-Kran...
      Mehr
    • Leichte transkutane Vagusnervstimulation am Außenohr hilft älteren Menschen
      Das autonome Nervensystem kontrolliert zahlreiche Körperfunktionen, die keine bewusste Steuerung erforderlich machen. Dazu gehören Verdauung, Atmung, Herzschlag sowie Blutdruck. Der Vagusnerv wurde bereits in der Vergangenheit häufig für eine elektrische Stimulation genutzt. Als mögliche
      Mehr
    • ZNS-Krankheiten im Genom festgeschrieben?
      Wissenschaftler der Klinik für Neurologie der HHU, Düsseldorf haben untersucht, ob es eine Beteiligung von humanen endogenen Retroviren (HERVs) an neurologischen Erkrankungen gibt. Sie erklären in einem aktuell erschienen Review-Artikel, wie Viren in die DNA gelangten und was sie mit ungelösten Frag...
      Mehr
    • Assoziation zwischen Schweregrad eines Restless Legs-Syndroms und der Lebensqualität von Patienten mit Multipler Sklerose
      Das Restless Legs-Syndrom (RLS) kann bei Patienten mit Multipler Sklerose (MS) zu einer Exazerbation von Symptomen und Folgen der MS führen. Eine Verschlechterung der RLS-Symptomatik ist meist mit einer zunehmend verringerten Lebensqualität der MS-Patienten assoziiert, welches vor allem auf eine Fat...
      Mehr
    • Epilepsien: Alles vom kleinen Zittern bis hin zum großen Erschüttern
      Die Ursachen für Epilepsien sind überaus vielfältig. Epileptische Anfälle können sich jedoch auch auf sehr unterschiedliche Art und Weise präsentieren. "Deshalb kommen Fehldiagnosen häufig vor", so kürzlich Prof. Dr. Andreas Schulze-Bonhage, Leiter des Epilepsiezentrums am Universitätsklinikum Freib...
      Mehr
Zum Archiv

Quellen-URL (abgerufen am 25.08.2019 - 19:40): http://www.neuromedizin.de/Neurologie/Remission-mit-einer-Low-Dose-Valproattherapie-bei-Juveniler-.htm
Copyright © 2014 | http://www.neuromedizin.de ist ein Dienst der MedienCompany GmbH. | Medizin-Medienverlag | Amselweg 2, 83229 Aschau i. Chiemgau | Geschäftsführer: Beate Döring | Amtsgericht Traunstein | HRB 19711 | USt-IdNr.: DE 223237239