Neurofilament light chain-Protein in der Zerebrospinalflüssigkeit als Biomarker für Schweregrad und Überlebenswahrscheinlichkeit bei Morbus Parkinson gut geeignet

Eine Gruppe von Wissenschaftlern der Umeå University, der Sahlgrenska Academy at the University of Gothenburg und des Sahlgrenska University Hospital in Mölndal, Schweden sowie des UCL Queen Square Institute of Neurology und des UK Dementia Research Institute at UCL in London, UK, sind im Rahmen einer Studie der Frage nachgegangen, ob das Neurofilament light chain-Protein in der Zerebrospinalflüssigkeit (cNfL) ein sensitiver Biomarker für die neuroaxonale Zerstörung, ein Maß für den Schweregrad eines Morbus Parkinson oder ein Prädiktor für die Überlebenswahrscheinlichkeit betroffener Patienten sein könnte. Im Einzelnen untersuchten die Forscher in der Patientengruppe der bevölkerungsbasierten „New Parkinsonism in Umeå (NYPUM)“-Studie (n=99), ob der Schweregrad der Erkrankung, der Phänotyp oder die Überlebenswahrscheinlichkeit bei Patienten mit einem New-onset Morbus Parkinson mit den cNFL-Konzentrationen um den Zeitpunkt der Diagnose herum korrelierte. Für eine unabhängige Validierung verwendeten die Wissenschaftler eine zweite größere Gruppe von Patienten ebenfalls mit einem New-onset Morbus Parkinson (n=194). Die Assoziation zwischen der Hirnpathologie und den cNFL-Konzentrationen wurde zu Beginn der Studie sowie nach 1 und 3 Jahren mittels striataler Dopamin-Transporter (DAT)-Bildgebung und wiederholtem Diffusion Tensor Imaging (DTI) untersucht. Die Datenauswertungen ergaben, dass in beiden Probanden-Gruppen die Spiegel des cNfL in der frühen Phase der Parkinsonerkrankung mit einem höheren Schweregrad aller Kardinalsymptome des Morbus Parkinson, mit Ausnahme des Tremors, einer verkürzten Überlebensdauer und einem beeinträchtigten Geruchssinn assoziiert waren. Außerdem zeigte sich, dass cNfL-Konzentrationen von im Mittel über 903 ng/l zu einem insgesamt 5,8 Mal erhöhten Mortalitätsrisiko während des weiteren Follow-Ups führten. Nach Adjustierung für das Lebensalter und Geschlecht fand sich eine Korrelation zwischen höheren cNfL-Konzentrationen und Defiziten bei der striatalen DAT-Aufnahme und einer verminderten fraktionalen Anisotropie in der DIT mehrerer axonaler Bahnen.

Das Neurofilament light chain-Protein in der Zerebrospinalflüssigkeit ist nach Ansicht der Wissenschaftler ein nützlicher Biomarker für den Schweregrad und die Überlebenswahrscheinlichkeit von Patienten mit Morbus Parkinson. Die genannten Studienergebnisse, die wichtig für zukünftige klinischen Studien sein könnten, deuten darauf hin, dass die cNfL-Konzentration die Intensität des neurodegenerativen Prozesses bei der Parkinsonerkrankung widerspiegelt, so die Autoren.

(drs)
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Quellen-URL (abgerufen am 25.11.2020 - 15:40): http://www.neuromedizin.de/Neurologie/Neurofilament-light-chain-Protein-in-der-Zerebrospinalfluess.htm
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