Krankheitslast durch Schlaganfälle weltweit stark angestiegen

Die Zahl akuter Schlaganfälle ist seit 1990 um ca. 70 Prozent international gestiegen. Etwa 85 Prozent mehr Menschen leben mit den Folgen eines Schlaganfalls. Beachtlich ist vor allem der relative Anstieg in jüngeren Altersgruppen unter 70 Jahren. Dies zeigt eine neue GBD-Studie (Global Burden of Diseases). Dies könnte mit der weltweiten Zunahme der Risikofaktoren zusammenhängen. In der Erhebung wurden insgesamt 19 Risikofaktoren für das Auftreten von Schlaganfällen benannt und gewichtet. Hauptrisikofaktor ist weiterhin der Bluthochdruck, oftmals ausgelöst durch hohen Kochsalzkonsum.

Verringerter Salzkonsum reduziert Schlaganfallrisiko

In einer großen prospektiven, randomisierten Studie wurde bei Hochrisikopatienten der Effekt einer alimentären Kochsalzreduktion auf die Schlaganfallhäufigkeit untersucht. Im Ergebnis konnte Schlaganfallrate bei den Probanden mit Salz-Ersatzprodukten gesenkt werden. Für Prof. Dr. Christian Gerloff, UKE Hamburg, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN), zeigt die aktuelle Studie, „dass Menschen mit einem erhöhten Schlaganfallrisiko durch Salzverzicht effektiv gegensteuern können“.

Digitaler PostStroke-Manager

Zur Kontrolle persönlicher Risikofaktoren könnten zukünftig auch digitale Angebote an Bedeutung gewinnen. So wurde von in einem von der Universität Leipzig initiierten Projekt der mobile, digitale „PostStroke-Manager“ entwickelt, der die Patientinnen und Patienten bei der Schlaganfallnachsorge an die Hand nehmen soll. Über mobile Geräte (Tablet, Smartwatch) und eine Patienten-App mit zehn Komponenten soll die Versorgung individuell koordiniert werden. In einer Machbarkeitsanalyse sollen nun 90 ambulante Schlaganfall-Patientinnen und Patienten über ein Jahr lang prospektiv beobachtet werden.

„Schlaganfall ist eine chronische Erkrankung mit akutem Beginn. Für Schlaganfall-Betroffene ist wichtig, auch nach einer optimalen Rehabilitation, ihre neue Situation wie eine chronische Erkrankung anzusehen und lebenslang an einer individuell angepassten Sekundärprävention festzuhalten. Strukturierte, digitale Angebote mit Feedback-Systemen, individuellen Datenanalysen zur Therapieplanung und -anpassung sind zukunftsweisend“, betont Prof. Gerloff.

Quelle: PI DGN, 13.10.2021

(bd)
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