Keine unerwünschten Veränderungen der Schilddrüsenhormone und Serum-Lipide bei pädiatrischen Epilepsie-Patienten unter einer Levetiracetam-Langzeittherapie
Eine Langzeit-Monotherapie mit dem Antiepileptikum Levetiracetam führt bei Kindern mit einer Epilepsie nicht zu unerwünschten Veränderungen der Schilddrüsenhormone und der Lipidspiegel im Serum. Zu diesem Ergebnis kommen Wissenschaftler der National and Kapodistrian University of Athens, "Attikon" Hospital in Athen, Griechenland, in einer prospektiven Studie mit 39 Kindern (21 Mädchen und 18 Jungen) im durchschnittlichen Alter von 6,8 ± 4,1 Jahren, die wegen einer New-onset-Epilepsie mit Levetiracetam in Monotherapie behandelt wurden. Die Forscher bestimmten vor und 6 Monate nach Therapiebeginn sowie bei 28 Kindern nach 12 Monaten die Serumspiegel des Gesamt-Cholesterins, des HDL-Cholesterins, des LDL-Cholesterins, der Triglyzeride, des Apolipoprotein A-I, des Apolipoprotein B, des Lipoprotein (a), des Thyroxin (T4), des freien Thyroxins (FT4) und des TSH. Es zeigte sich, dass die Triglyzeride 6 und 12 Monate nach Beginn der Levetiracetam-Behandlung signifikant gesunken waren. Entsprechendes traf auch auf das Verhältnis der Triglyzeride zum HDL-Cholesterin zu. Das LDL-HDL-Verhältnis sank hingegen erst 12 Monate nach Therapiebeginn. Hinsichtlich der übrigen Laborparameter waren während der Studie keine eindeutigen Veränderungen festzustellen. In dieser Untersuchung konnte gezeigt werden, dass bei Kindern mit einer Epilepsie eine Langzeit-Monotherapie mit dem Antiepileptikum Levetiracetam nicht zu unerwünschten Veränderungen der Schilddrüsenhormone und der Lipidspiegel im Serum führt, so die Autoren. Dennoch sollten weiterführende Studien durchgeführt werden, um zu klären, ob eine Levetiracetam-Monotherapie eventuell einen günstigen Effekt auf die Serum-Lipide hat und ob das Antiepileptikum eine sicherere Alternative zur Prävention Antiepileptika-induzierter kardiovaskulärer Komplikationen im späteren Erwachsenenalter darstellt.
(drs)
Zurück zur Startseite
Medienkooperation
Weitere Newsmeldungen
    • Erhöhtes Alzheimer- und Parkinson-Risiko bei altersassoziierter Makula-Degeneration
      Eine Gruppe von Wissenschaftlern der Seoul National University Graduate School in Seoul, Süd-Korea, ist kürzlich im Rahmen einer retrospektiven Kohorten-Studie der Frage nachgegangen, ob es eine Assoziation zwischen der altersassoziierten Makula-Degeneration und dem Morbus Parkinson oder dem Morbus ...
      Mehr
    • Neue Einblicke in die molekularen Ursachen des Alazami-Syndroms
      Das Alazami-Syndrom ist eine seltene Erbkrankheit, die sich unter anderem durch Kleinwuchs und weiteren Entwicklungsstörungen äußert. Weltweit sind etwa 20 Fälle der Krankheit registriert. Bekannt ist seit 2012, dass dafür eine kleine Mutation im LARP7-Gen verantwortlich ist und auch, dass das Gen b...
      Mehr
    • Neuer Ansatz könnte zielgerichtete Therapien bei Parkinson ermöglichen
      Die typischen Symptome bei der Parkinson-Erkrankung, wie Zittern und Bewegungsverlangsamung, werden durch das Absterben der dopaminergen Nervenzellen (Neuronen) und dem damit resultierenden Dopaminmangel verursacht. Die Mechanismen, die zu diesem Zelluntergang führen, werden intensiv erforscht, eine...
      Mehr
    • Vorbeugende pharmakologische Behandlung von pädiatrischer Migräne kaum effektiver als Placebo
      Migräne gehört zu den häufigsten neurologischen Erkrankungen bei Kindern und Jugendlichen. Die Behandlung von jungen Patienten stützt sich bisher auf Studien mit Erwachsenen. Es ist jedoch fraglich, ob diese prophylaktischen Interventionen für Erwachsene bei Kindern und Jugendlichen eine vergleichba...
      Mehr
    • Neues Modell zeigt ins Gehirn eingewanderte Immunzellen
      Makrophagen sind Bestandteile unseres angeborenen Immunsystems, die in jedem Gewebe unseres Körpers vorkommen. Im Gehirn werden diese ansässigen Immunzellen Mikroglia genannt. Bei Infektionen des Gehirns oder z. B. nach einem Schlaganfall werden weitere Makrophagen aus dem Kochenmark rekrutiert. Bis...
      Mehr
    • Zwangsstörung: Weltweit erste OP mit wegweisendem neuem Hirnschrittmacher erfolgreich
      Hirnschrittmacher werden seit etwa 10 Jahren für die Therapie von Zwangserkrankungen eingesetzt. Die der Erkrankung zugrunde liegende übermäßige Nervenaktivität soll durch die elektrische Simulation normalisiert und die Symptome der Zwangsstörung gelindert werden, allerdings geben die bisherigen Mod...
      Mehr
    • Apoplex: Einblick in die abgeriegelte Zone
      Bei einem ischämischen Schlaganfall verschließt ein Blutgerinnsel ein Gefäß und verhindert die ausreichende Durchblutung des dahinterliegenden Areals. Dadurch kommt es zu einer Mangelversorgung vor allem mit Sauerstoff und die betroffenen Nervenzellen sterben ab. Die Vermutung, dass sich in der abge...
      Mehr
    • Ist die Vagusnerv-Stimulation eine Therapieoption der pharmakoresistenen Post-Stroke-Epilepsie?
      Die Vagusnerv-Stimulation ist möglicherweise eine sichere und effektive Therapieoption für Patienten mit einer pharmakoresistenten Post-Stroke-Epilepsie. Hierauf deuten die Ergebnisse einer kleinen retrospektiven Studie von Wissenschaftlern der Tokyo Women's Medical University in Tokio, Japan, mit 1...
      Mehr
Zum Archiv

Quellen-URL (abgerufen am 20.02.2020 - 12:18): http://www.neuromedizin.de/Neurologie/Keine-unerwuenschten-Veraenderungen-der-Schilddruesenhormone.htm
Copyright © 2014 | http://www.neuromedizin.de ist ein Dienst der MedienCompany GmbH. | Medizin-Medienverlag | Amselweg 2, 83229 Aschau i. Chiemgau | Geschäftsführer: Beate Döring | Amtsgericht Traunstein | HRB 19711 | USt-IdNr.: DE 223237239