Keine Autoantikörper gegen nodale und paranodale Proteine bei Patienten mit genetischen Neuropathien
Eine Forschergruppe der Universitat Autònoma de Barcelona und weiterer wissenschaftlicher Einrichtungen in Spanien hat in einer Studie untersucht, ob Patienten mit einer genetischen Neuropathie, wie offenbar zuvor beschrieben, tatsächlich nodale und paranodale IgM- und IgG-Antikörper aufweisen. Teilnehmer der Studien waren 108 Patienten mit genetischen Neuropathien. Mittels eines zellbasierten Assays unter Verwendung der Immunzytochemie in transfizierten HEK293-Zellen (HEK-Zellen ist die abgekürzte Bezeichnung für "Human Embryonic Kidney"-Zellen) gingen die Wissenschaftler im Einzelnen der Frage nach, ob die Patienten IgG- und IgM-Antikörper gegen Neurofascin-155 (NF155), nodales Neurofascin (NF186 and NF140) und Contactin-1 (CNTN1) im Serum hatten. Seren mit positiven oder unsicheren Ergebnissen wurden dann mittels ELISA und Immunhistochemie in Nervenfaser-Zupfpräparaten von Schweinen weiter getestet. Es zeigte sich, dass 6 Patienten mit einer Charcot-Marie-Tooth-Erkrankung ein unsicheres Färbungsmuster für IgM gegen nodales Neurofascin aufwiesen, was jedoch durch ELISA nicht bestätigt werden konnte. Außerdem hatten 2 Patienten mit der Charcot-Marie-Tooth-Erkrankung unsichere Färbungsmuster für IgG gegen das nodale Neurofascin, was aber ebenfalls sowohl durch ELISA als auch immunhistochemisch nicht bestätigt werden konnte. Nicht zuletzt wurde ein Patient mit der Charcot-Marie-Tooth-Erkrankung mit gesicherter GJB1-Mutation durch das zellbasierte Assay und durch ELISA zunächst positiv für IgG gegen NF155 getestet. Doch auch dies konnte immunhistochemisch nicht gesichert werden und wurde schließlich als negativ bewertet. Zumindest in dieser Studie fanden sich bei Patienten mit einer Charcot-Marie-Tooth-Erkrankung, die zu den genetischen Neuropathien zählt, keine Autoantikörper gegen nodale und paranodale Antigene, so die Autoren. Die Experten glauben, dass einigen Patienten durch einige der zur Verfügung stehenden Methoden falsch positiv getestet werden, sodass nur sicher bestätigte Verfahren in die Routinetestung integriert werden sollten.
(drs)
Zurück zur Startseite
MFA-Heute
Weitere Newsmeldungen
Zum Archiv

Quellen-URL (abgerufen am 26.05.2020 - 07:41): http://www.neuromedizin.de/Neurologie/Keine-Autoantikoerper-gegen-nodale-und-paranodale-Proteine-b.htm
Copyright © 2014 | http://www.neuromedizin.de ist ein Dienst der MedienCompany GmbH. | Medizin-Medienverlag | Amselweg 2, 83229 Aschau i. Chiemgau | Geschäftsführer: Beate Döring | Amtsgericht Traunstein | HRB 19711 | USt-IdNr.: DE 223237239