Ist Ranolazin eine Therapieoption bei Myotonia congenita?
Das Piperazinderivat Ranolazin kann möglicherweise zu einer Verbesserung der Symptome der Muskelversteifung bei Patienten mit einer Myotonia congenita beitragen. Hierauf zumindest deuten die Ergebnisse einer offenen Pilotstudie der Ohio State University in Columbus und der Wright State University in Dayton, OH, USA, mit 13 betroffenen Patienten hin. Nach einer Eingangsuntersuchung erhielten die Studienteilnehmer 2 x täglich 500 mg Ranolazin verabreicht. Wenn die Therapie vertragen wurde, erhöhten die Forscher die Dosis des Medikamentes auf 2 x täglich 1000 mg und behielten diese dann bis zum Ablauf der 4. Woche bei. Nachuntersuchungen erfolgten nach einer Therapiewoche sowie nach der 2., der 4. und der 5. Woche. Endziele der Studie waren die von den Patienten selbst berichteten Veränderungen im Schweregrad ihrer Symptomatik (Steifigkeit, Schwäche und Schmerzen), das Ergebnis des Timed Up and Go (TUG)-Tests, die Kraft des Händedrucks, der Grad der Augenlid-Myotonie und das im EMG ermittelte Ausmaß der Myotonie. Es zeigte sich, dass sich die Muskelsteifigkeit und -schwäche durch die Therapie deutlich verbessert hatten. Doch auch die Zeiten des TUG und der Greif-Myotonie hatten sich signifikant verringert. Das EMG des M. abductor digiti minimi und des M. tibialis anterior wiesen ebenfalls eine eindrucksvoll verringerte Myotonie-Dauer nach Woche 4 auf. Aufgrund unerwünschter Nebenwirkungen beendete kein einziger Patient die Behandlung vorzeitig. Nach Ansicht der Wissenschaftler sollten nun größere kontrollierte Studien durchgeführt werden, um genauer zu untersuchen, ob Ranolazin tatsächlich eine Therapieoption bei Myotonia congenita ist.
(drs)
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